Alles hat ein Ende. Auch die Fußballerkarriere von Ryan Giggs.

Ryan Joseph Giggs hat am 6. Mai 2014 mit mittlerweile 40 Jahren seine Fußballschuhe an den Nagel gehängt. Klar. Irgendwann musste ja Schluss sein. Schließlich hat er im Laufe seiner Karriere, die er auf vereinsmannschaftlicher Ebene einzig und allein bei den „Red Devils“ bestreitet, diverse Triumphe gefeiert. In Zahlen lesen sich seine sportlichen Erfolge (Auszüge sollen hier genügen) wie folgt: dreizehn englische Meisterschaften, drei Mal Spieler der Saison in England, dreimaliger Weltpokalsieger, zweifacher Champions-League-Sieger. Kurzum: Selbst, wenn er mit seinem Heimatland Wales nicht ein einziges Mal eine Europa- oder Weltmeisterschaftsendrunde erreicht, dürfte die heimische Pokalvitrine des gebürtigen Cardiffers aus allen Nähten platzen.

Doch Giggs verabschiedet sich nicht irgendwie. Seit einigen Wochen war er bereits interimsmäßig Spielertrainer bei Manchester United, also Trainer und Feldspieler zugleich. In seinem letzten Heimspiel (das Nachholspiel gegen Hull City) überraschte er nicht nur, als er Man United-Youngster wie Landsmann Tom Lawrence oder Mittelstürmer James Wilson ins kalte Wasser wirft. Jener James Wilson, der anschließend in seinem ersten Premier-League-Spiel zwei Tore erzielt.

Doch damit nicht genug. In der 70. Spielminute wechselt Giggs (als Trainer des Teams) sich selbst (im Vergleich zu Günter Netzer damals aber vollkommen regelkonform) ein.
Nun mag man denken: Ja klar, er wollte sich noch einmal selbst feiern lassen, zum Abschied noch einmal entspannt in Old Trafford gegen den Ball treten und den Sieg nach Hause schaukeln.
Weit gefehlt. Denn eine Viertelstunde später legt er Superstar Robin van Persie mit einem feinen Zuspiel den 3:1-Treffer auf. Die Entscheidung! Und ein Wahnsinnsfinale für Ryan Giggs.

Anschließend verabschiedet er sich per Mikrofon von allen Anwesenden und stellt klar, dass der enttäuschende Saisonverlauf in dieser Spielzeit eine Ausnahme darstellen soll, um in der neuen Saison voller Tatendrang anzugreifen.

Denn selbst wenn wir mal nicht gewinnen, geben wir immer alles. Darum unterstützt uns unbedingt weiter, damit die erfolgreichen Zeiten bald zurück sind.“

Klar ist: Giggs kennt Manchester United in- und auswendig. Er genießt ein Ansehen, das wohl niemand (außer Sir Alex) anderes in annähernder Form zukommt. Trotzdem muss er sich an den Trainerjob erst einmal gewöhnen und sich entsprechend einarbeiten. Darum soll Tulpen-General Louis van Gaal als erfahrener, selbsternannter Trainergott in Person die „Red Devils“ ab Sommer 2014 zurück auf die Erfolgsspur führen.

Gut für Giggs, der erst einmal Pause machen und seine „zweite Karriere“ wahrscheinlich in aller Ruhe vorbereiten kann. Kaum vorstellbar, dass Manchester United dabei keine Rolle spielt – oder er irgendwann als ausgebildeter, fester Trainer zurückkehrt.