„Eine Schwuchtel, die Zlatan absaugt“: Warum sagt Serge Aurier so etwas?

Er kickt mit 23 Jahren beim besten Fußballclub Frankreichs, ist/war dort Stammspieler und bekommt ein Jahresgehalt, das viele selbst nach jahrzehntelanger Arbeit wohl niemals erreichen können. Außerdem steht Serge Aurier auf der Position des Rechtsverteidigers eigentlich eine durchaus vielversprechende Zukunft bevor. Mit Paris kann er in dieser Spielzeit gleich vier Titel absahnen (u.a. die Champions-League-Trophäe).

Serge Aurier feiert ein Tor mit seinen PSG-Kollegen (Foto: Twitter)

Da war die Welt noch in Ordnung: Serge Aurier feiert ein Tor mit seinen PSG-Kollegen (Foto: Twitter)

Darum frage ich mich, wie er dazu kommt, seinen Vorgesetzten Laurent Blanc als „Schwuchtel“ zu bezeichnen, der nur nach der Pfeife von Altstar Zlatan Ibrahimovic tanze. Auch gegen andere Mitspieler teilte er aus. Was soll das Ganze?

Suspendierung auf unbestimmte Zeit

Ist es Neid? Die Reaktion darauf, dass er im Ligaspiel (am 13. Februar gegen Lille) nicht 90 Minuten auf dem Feld stand? Oder handelt es sich nur um eine „gewöhnliche Dummheit“, wie sie impulsive Fußballer (oder Menschen im Allgemeinen) manchmal vollbringen? Es dürfte wohl eine Mischung aus allem sein. Von außen betrachtet gibt es keinen Grund, zu solchen Formulierungen zu greifen. Wobei: Der besteht eigentlich nie.

Nachvollziehbarerweise zeigte sich Trainer Laurent Blanc enttäuscht von Aurier. Er finde es einfach nur erbärmlich, wie er so etwas sagen könne, nachdem er sich stets für ihn stark gemacht und engagiert habe. Daher war die Suspendierung von Aurier für das Champions-League-Achtelfinal-Hinspiel gegen Chelsea London keine Überraschung. Wie lange sie anhält, bleibt abzuwarten.

Marquinhos und Van der Wiel stehen bereit

Die Konkurrenten vom vorher unumstrittenen Aurier freut es: Youngster Marquinhos (eigentlich Innenverteidiger) begann gegen Chelsea auf der Rechtsverteidiger-Position. Auch Auriers direkter Konkurrent Gregory van der Wiel ist wieder fit und stand am vergangenen Wochenende beim Spiel gegen Lille für ihn in der Startformation.

Und Aurier? Ging ein Licht auf: „Ich bereue wirklich, was geschehen ist und akzeptiere alle Konsequenzen. Ich kann mich nur bei Laurent Blanc für alles bedanken, was er für mich und den PSG getan hat“, zitiert ihn „RP Online„.

Immerhin: Nun kann er sich daran machen, den fußballerischen (und vor allem menschlichen) Kredit zurückzugewinnen, den er verspielt hat. Und das dürfte sicherlich noch einige Zeit dauern, wenn nicht sogar zu weiteren Unstimmigkeiten führen.