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Herumtollen am Holocaust-Mahnmal in Berlin bringt Marcel Halstenberg Ärger ein

Das Holocaust-Denkmal in Berlin soll an die Millionen ermordeten Juden zur Zeit des Nationalsozialismus erinnern. Dass das nicht jeder Tourist (trotz der Informationstafeln oder der naheliegenden Google/Wikipedia-Suche) auf Anhieb weiß, ist noch nachvollziehbar. Trotzdem besucht man (aus meiner Erfahrung heraus) diesen Ort unweit des Brandenburger Tores nicht zufällig und weiß, wofür es steht, woran es erinnern soll.

Umso unverständlicher, wenn Menschen dann zwischen den Blöcken herumspringen, dort Spiele spielen und das Ganze noch in Form von Selfies oder Videos „für die Nachwelt“ festhalten. Dass das Ganze an einem Ort des Innehaltens und Gedenkens (bei aller Lebensfreude) etwas unpassend sein könnte, scheint ihnen nicht durch den Kopf zu gehen. Ein beschämender Trend, der (leider) nicht nur dort, sondern auch in ehemaligen Konzentrationslagern wohl täglich passiert.

Fußballer Marcel Halstenberg steht nach Mahnmal-Selfies in der öffentlichen Kritik. (Foto: Facebook)

Fußballer Marcel Halstenberg steht nach Mahnmal-Selfies in der öffentlichen Kritik. (Foto: Facebook)

Von daher hätte sich Marcel Halstenberg, Fußballprofi beim Bundesliga-Zweitligisten Rasenballsport Leipzig, nicht wundern dürfen, was für ein Echo ihn nach seinen Selfies und Videos mit seiner Freundin am Berliner Mahnmal erwartet. Die mittlerweile gelöschten Posts zeigen die beiden, wie sie in glücklicher Zweisamkeit (in Ordnung) in die Kamera grinsen (in Ordnung) – zwischen den Mahnmal-Blöcken (Autsch).

Ein Mahnmal ist kein Friedhof

Weil Halstenberg selbst in den sozialen Netzwerken keine öffentliche Seite pflegt, äußerte sich im Anschluss an die Empörung seine Freundin via Instagram mit einer Entschuldigung zu Wort.

„Manchmal denkt man in seinem Glück nicht darüber nach, wie es für Andere rüberkommen könnte“

, schreibt sie. Das legitimiert es minimal (bei allem Verständnis für das zwischenmenschliche Feuerwerk, das zwischen zwei Menschen entstehen kann). Die Aktion ist geschehen und einsehen, dass es nicht der beste Einfall war, ist ein nachvollziehbare Reaktion.

Doch ein anderer Satz in ihrer Entschuldigung ärgert mich vielmehr: Ihrer Ansicht nach sei das Mahnmal schließlich kein Friedhof, sondern die Erinnerung an etwas, das nie wieder geschehen dürfe. Kinder und auch Erwachsene spielen hier, egal welcher Nationalität. Viele essen dort und schießen Gruppenfotos.

Natürlich hat sie recht mit dem, was sie schreibt. Doch nur, weil es viele Menschen machen, heißt das doch nicht, dass man es nachmachen sollte. Oder definiert sich „Mahnmal“ etwa als „ein Ort der Freude“, als „Alternative, wenn gerade kein Spielplatz in der Nähe ist“? Zumindest der Duden (und mein Menschenverstand) sagen mir hier etwas anderes.

Keine sportlichen Konsequenzen

Auch Fußballer Marcel Halstenberg zeigte sich einsichtig: „Ich bin ganz ehrlich: das dortige Verhalten und die beiden Postings auf dem Account meiner Freundin waren unpassend und ein Fehler. Wir haben das erkannt und gelöscht.“

Sehr gut, Marcel. Warum dir das allerdings erst danach (und nicht vorher) aufgefallen ist, kann ich nicht verstehen. Denn auch, wenn du dir deinen Fehler eingestehst, dich entschuldigst und den Beitrag gelöscht hast: das Passierte bleibt den Leuten im Gedächtnis. Und gerade, weil Profifußballer wohl bei einigen Kindern und Jugendlichen eine Vorbildfunktion genießen, ärgern mich solche unüberlegten Zwischenfälle umso mehr.

Sportlich dürfte der Vorfall wahrscheinlich keine Konsequenzen haben. Marcel Halstenberg kuriert derzeit noch eine Verletzung am Oberschenkel aus. Bis er also wieder auf dem Spielfeld für positive Meldungen sorgen kann, dürfte noch ein wenig Zeit vergehen.

„Eine Schwuchtel, die Zlatan absaugt“: Warum sagt Serge Aurier so etwas?

Er kickt mit 23 Jahren beim besten Fußballclub Frankreichs, ist/war dort Stammspieler und bekommt ein Jahresgehalt, das viele selbst nach jahrzehntelanger Arbeit wohl niemals erreichen können. Außerdem steht Serge Aurier auf der Position des Rechtsverteidigers eigentlich eine durchaus vielversprechende Zukunft bevor. Mit Paris kann er in dieser Spielzeit gleich vier Titel absahnen (u.a. die Champions-League-Trophäe).

Serge Aurier feiert ein Tor mit seinen PSG-Kollegen (Foto: Twitter)

Da war die Welt noch in Ordnung: Serge Aurier feiert ein Tor mit seinen PSG-Kollegen (Foto: Twitter)

Darum frage ich mich, wie er dazu kommt, seinen Vorgesetzten Laurent Blanc als „Schwuchtel“ zu bezeichnen, der nur nach der Pfeife von Altstar Zlatan Ibrahimovic tanze. Auch gegen andere Mitspieler teilte er aus. Was soll das Ganze?

Suspendierung auf unbestimmte Zeit

Ist es Neid? Die Reaktion darauf, dass er im Ligaspiel (am 13. Februar gegen Lille) nicht 90 Minuten auf dem Feld stand? Oder handelt es sich nur um eine „gewöhnliche Dummheit“, wie sie impulsive Fußballer (oder Menschen im Allgemeinen) manchmal vollbringen? Es dürfte wohl eine Mischung aus allem sein. Von außen betrachtet gibt es keinen Grund, zu solchen Formulierungen zu greifen. Wobei: Der besteht eigentlich nie.

Nachvollziehbarerweise zeigte sich Trainer Laurent Blanc enttäuscht von Aurier. Er finde es einfach nur erbärmlich, wie er so etwas sagen könne, nachdem er sich stets für ihn stark gemacht und engagiert habe. Daher war die Suspendierung von Aurier für das Champions-League-Achtelfinal-Hinspiel gegen Chelsea London keine Überraschung. Wie lange sie anhält, bleibt abzuwarten.

Marquinhos und Van der Wiel stehen bereit

Die Konkurrenten vom vorher unumstrittenen Aurier freut es: Youngster Marquinhos (eigentlich Innenverteidiger) begann gegen Chelsea auf der Rechtsverteidiger-Position. Auch Auriers direkter Konkurrent Gregory van der Wiel ist wieder fit und stand am vergangenen Wochenende beim Spiel gegen Lille für ihn in der Startformation.

Und Aurier? Ging ein Licht auf: „Ich bereue wirklich, was geschehen ist und akzeptiere alle Konsequenzen. Ich kann mich nur bei Laurent Blanc für alles bedanken, was er für mich und den PSG getan hat“, zitiert ihn „RP Online„.

Immerhin: Nun kann er sich daran machen, den fußballerischen (und vor allem menschlichen) Kredit zurückzugewinnen, den er verspielt hat. Und das dürfte sicherlich noch einige Zeit dauern, wenn nicht sogar zu weiteren Unstimmigkeiten führen.

Das französische Pendant zu Zlatan Ibrahimovic: Die schönsten Tore von Philippe Mexes

Er mag nicht der beste Verteidiger Frankreichs sein, schon gar nicht der Welt. Dafür hat Philippe „Das Solarium ist mein zweites Zuhause“ und „Jede Woche eine neue Frise“ Mexes ganz andere Qualitäten. Nicht, dass der 33-Jährige Messi ausdribbelte oder einen Sprint gegen David Odonkor (schnell rennen konnte er damals ja wirklich, wenn auch scheinbar nicht viel mehr) gewonnen hat.

Nein, er hat es sich wohl als persönliches Ziel gesetzt, durch brachiale Tore in Erinnerung zu bleiben. Dabei steht auf seiner Visitenkarte eher „Spielzerstörer“ oder „Mensch gewordene Abrissbirne“, wenn er die Bälle resolut klärt und in Kopfballduellen in elf von zehn Fällen als Sieger hervorgeht. Das beweist er zuletzt erneut, als er beim Testspiel seines AC gegen Inter Mailand in unnachahmlicher Art und Weise einen Eckball per „Sprung-Volley-Seitfallzieher“ aus gut siebzehn Metern direkt ins Tor wemmst.

Zu gerne würde man wissen, was ihm Sekunden vor der Aktion durch seinen Kopf geht. Ich zumindest wüsste, dass ich mich allein bei dem Versuch so dermaßen schwer verletzen würde, dass ich niemals mehr auch nur ansatzweise auf die Idee käme, solch einen Move zu starten. Viel spannender ist auch: Wo hat er so etwas gelernt? Hat er bei sich zu Hause ein Volley-, Seitfall- und Fallrückzieherzimmer, in denen er in der Freizeit Sonderschichten schiebt? Kaum vorstellbar, dass Aktionen wie diese zufällig entstehen. Dafür sehen sie doch zu souverän aus, gerade für ihn (und das macht es umso bemerkenswerter) als Innenverteidiger, als Abwehrhaudegen.

Die Kollegen von 11FREUNDE sprachen hier glatt vom „Tor seines Lebens“ und hatten dabei wohl seinen zlatanesken Fallrückzieher aus 2012 kurzzeitig vergessen, mit dem er sich (gefühlt) die fußballerische Unsterblichkeit erspielt hat.

Allerdings trägt Mexes auch in vielen Video den Beinamen „The Beast“. Dann kommtes vor, dass er als Heißsporn die Contenance verliert und mit (nie eine gute Idee) Zlatan Ibrahimovic auf Tuchfühlung geht oder Gegenspieler Stefano Mauri „lieb hat“. Unschöne Szenen, die wir so nicht sehen wollen. Viel lieber habe ich es, wenn er sich als (Traum-)Torschütze versucht – und hier bereits einige Male denkbar knapp scheiterte. Zum Beispiel im Ligaspiel gegen seinen Ex-Club (AS Rom), als er einen Ball aus 41 Metern Richtung Tor jagt und Roma-Keeper De Sanctis zu einer Parade zwingt. Andernfalls wäre das Leder wohl direkt im Netz eingeschlagen – und die Welt um ein Traumtor von Philippe Mexes reicher.

Fußballfilme satt auf dem 11mm-Festival im Babylon

Mein vergangener Samstag (21. März) stand ganz im Zeichen des Fußballs. Nicht nur, weil in der Fußball-Bundesliga der 26. Spieltag einige Partien im Angebot hatte, sondern da ich mir das 11mm-Festival im Babylon-Kino nahe Berliner Alexanderplatz anschaute.

Babylon

Hereinspaziert hereinspaziert: Schon an der Dekoration des Eingangs erkannte man mit geschultem Auge, welche Sportart beim 11mm-Festival im Fokus steht.

Hierbei handelt es sich um das internationale Fußball-Filmfestival, das in diesem Jahr zum 12. Mal stattgefunden hat. Im Zentrum stehen hier sowohl nationale wie internationale Werke, die ganz unterschiedliche Dinge mit dem Fußballsport verbinden, ihn aus verschiedensten Perspektiven beleuchten. Außerdem standen dieses Mal auch Filme zu Lionel Messi und Johan Cruyff im medialen Fokus, da sie gewissermaßen ihre Deutschlandpremiere auf dem 11mm-Festival feierten.
Von der filmischen Vielfältigkeit überzeugte ich mich persönlich und schaute mir insgesamt drei Vorführungen an, die sich im Nachhinein alle absolut gelohnt haben.

14:30 Uhr – Kurzfilm „Bounce“ und die Dokumentation „Next Goal Wins“

Eine der ersten Vorstellungen an diesem wettertechnisch mäßig spektakulären Samstag, bei der die Luft im Kinosaal auch noch frisch und angenehm gewesen ist (das sollte sich noch im Laufe des Tages ändern).
Der vierminütige Vorfilm „Bounce“ unterhielt die Zuschauer mit Fußballakrobatik, die rund zwei Jahre an gefühlt hunderten Orten weltweit aufgezeichnet und zu einem runden Ganzen zusammengebastelt wurde. Das Resultat ist durchweg sympathisch wie fantastisch anzusehen (und rief in mir mal wieder kurzzeitig das Gefühl von Fernweh hervor). Als cineastischer Appetizer auf einem Fußballfilmfestival definitiv genau das Richtige.

Wenig später starte dann der Hauptfilm „Next Goal Wins“. Eine britische Dokumentation, die sich mit dem Nationalteam von Amerkanisch-Samoa und deren Jahrzehnte anhaltender Tor- und Erfolglosigkeit befasst. Bis, ja bis ein fußballverrückter Holländer namens Thomas Rongen kommt und genau das ändern will. Dabei bekommt man als Zuschauer einen wirklich phänomenalen wie authentischen Einblick in das Leben auf Amerikanisch-Samoa, in die Wertschätzung des Fußballs vor Ort und in die unwerfende Schönheit der Insel. Außerdem ist es einfach absolut witzig anzusehen, wie sie sich auf die Qualifikation zur WM-Qualifikation 2014 vorbereiten darauf hinarbeiten, endlich wieder selbst Tore in einem Pflichtspiel zu erzielen. Dabei nahezu omnipräsent: Die 0:31-Niederlage gegen Australien aus dem Jahr 2001, die die Beteiligten bis in die Gegenwart verfolgt.

Schaffen die Spieler das Unmögliche und erzielen einen Treffer? Qualifizieren sie sich möglicherweise sogar zur WM-Quali? Um die Antworten zu erfahren, sollte man sich einfach mal „Next Goal Wins“ gönnen. Für mich definitiv eine der sehenswertesten Fußballdokus der vergangenen Jahre, sodass ich (wie viele Zuschauer) mit einem mehr als breiten Grinsen die erste Filmvorstellung verlassen konnte.

18:30 Uhr – „Your Final“ und „Maracana“

Nach ausgiebiger Stärkung und dem Schauen der zweiten Spielhälften in der Fußball-Bundesliga fand ich mich gegen 18:30 Uhr wieder im Hotel Babylon zu meiner zweiten Filmvorstellung des Tages ein. Mit etwas Verspätung ging es dann gegen 18:45 Uhr mit „Your Final“ los, der eindrucksvoll veranschaulicht, was für ein weltweit die Menschen verbindendes Megaevent das Finale der Fußball-WM 2014 gewesen ist und wie unterschiedlich die Menschen es verfolgten.

Klar: Insbesondere die Szenen, als Mario Götze das Tor seines Lebens gelingt und die Menschen entweder vor Freude explodieren (Deutschland-Sympathisanten) oder der Ohnmacht nahe sind (Argentinien-), sorgten bei mir für Gänsehaut. Es ist einfach so ein Moment wie der Patzer von Oliver Kahn im WM-Finale 2002 (das zum 1:0 für Brasilien führte), die Tore von Italien in der Verlängerung des WM-Halbfinales 2006, der Treffer von Fernando Torres im EM-Finale 2008 oder der zweifache Balotelli im EM-Halbfinale 2012, die ich als Fußballbekloppter nie mehr vergessen werde.

Von daher sorgte „Your Final“ gewissermaßen für das WM-Feeling und die Fannähe, die man im Kinofilm der deutschen Fußball-Nationalmannschaft „Die Mannschaft“ vermisste – und sorgte für rundum gute Laune im Kinosaal. Das auch deshalb, weil die Regisseure Henning Hesse und Niels Eixler vor Ort gewesen sind, vom Projekt erzählten und sich den Fragen der Zuschauer stellten.

Vom WM-Finale 2014 ging es anschließend 64 Jahre in der Zeit zurück, um sich in der historischen Dokumentation „Maracana“ die Umstände und Gegebenheiten der Fußball-WM 1950 in Brasilien aus dem Blickwinkel der (über)favorisierten Gastgeber und dem letztlich überraschenden Sieger aus Uruguay anzuschauen.
Allein durch das Bildmaterial und einigen aus heutiger Sicht undenkbaren Geschichten (Nationalmannschaft Italiens reiste über mehrere Wochen mit dem Schiff bis Brasilien an, weil die Weltmeisterelf von 1938 Opfer eines Flugzeugunglücks wurde) konnte mich der brasilianische Dokumentarfilm überzeugen, auch wenn die Luft im Kino eine durchgehende Konzentration nahezu unmöglich machte.

Vom Film selbst blieb mir vor allem auch der Moment in Erinnerung, als Uruguay im Finale das 2:1 gelingt und das mit 200.000 (!) gefüllte Maracana erstummte. Witzig vor allem auch deshalb, weil Brasiliens Präsident vor dem Anpfiff seinem Team bereits zum WM-Titel gratulierte – und am Ende niemand so recht wusste, wie man die angekündigte Fußballparty ohne Titelgewinn feiern sollte (stattdessen nahmen sich vier Fans das Leben).

22:30 – „Joe Bullet“

Nachdem man sich bei kühlen Blonden und einigen angenehmen Gesprächen ein wenig erfrischt hatte, wurde ich kurzerhand von den Organisatoren noch zur Vorstellung vom Spielfilm „Joe Bullet“ eingeladen. Ein Film von 1973, den mir ein Veranstalter als „Der Film des Festivals“ und „Berlinale-Knaller“ verkaufte. Dass in diesen Worten etwas Ironie steckte, merkte ich, als ich es mir im Kinositz bequem gemacht hatte. Denn Joe Bullit ist ein Actionstreifen, bei dem das Fußballspielen selbst nur eine Nebenrolle spielt. Vielmehr geht es darum, dass zwei verfeindete Teams sich gegenseitig „das Leben schwer machen“ (um die bevorstehende Meisterschaft zu gewinnen) und Hauptfigur Joe Bullet (ein Auftragskiller) soll hierbei dem Team helfen, das von Gangstern bedroht wird (die das andere Team zum Titel verhelfen wollen).

Ein klassischer Klamauk-Film mit vielen (aus heutiger Sicht) genialen Szenen. Allein die Kampfszenen oder eine Befreiung zweier Fußballer mit einer Raupe (Pappwände, super) sorgten für viel Gelächter im Kinosaal. Unwahrscheinlich, dass der Film auf dem diesjährigen Festival zum besten Film gekürt wird. Dennoch war es (auch durch die Einladung) ein angenehmer filmischer Tagesabschluss, auch weil die Filmvorführung mit einem Geburtstagsständchen für eine Festival-Mitarbeiterin beendet wurde.

Fazit: Wow, was für ein abwechslungsreicher wie unterhaltsamer Nachmittag, bei dem man auf jeden Fall seine Fußballbegeisterung ausleben konnte und eine Menge gelernt hat (vor allem von „Joe Bullet“). Das 11mm-Filmfestival hat mich insgesamt absolut überzeugt, sodass ich es mir im kommenden Jahr definitiv ein weiteres Mal anschauen möchte. Denn bis auf die sich mit jedem Film einschleichende Luftknappheit gab es nichts weiter zu bemängeln. Achso, doch: Schade, dass es nur vier Tage geht und an nur einem Wochenende stattfindet.

Brasilianer Wendell gelingt Torabschluss, der einige Hobbykicker in die Sportinvalidität schicken würde

Ok Freunde, es gibt Tore, bei denen das runde Leder mit viel Herz und Kraft ins Netz geackert wird. Ab und an gelingt das mit einer derartigen Skurrilität, wie das monatliche Küren des Kacktors des Monats in Arndt Zeiglers Fußball-Unterhaltungs-TV-Format „Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs“ beweist.
Dass die Bezeichnung „skurril“ bei Toren nicht immer negativ gemeint sein muss, beweist ein Tor, das mir vor wenigen Tagen aufgefallen ist. Tatort: Ein Rasenplatz irgendwo in Brasilien, auf dem sich Atletico GO und Goianesia duellierten. Eine Partie, die in Deutschland wohl zunächst auf ähnliche Begeisterung stieß wie das Bundesliga-Freitagsspiel zwischen Hertha BSC und dem VfB Stuttgart (6. März, Endstand 0:0) in Südostasien.

Die maximal zwei oder drei Experten, die es sich dennoch anschauten, sollten zumindest für einen Moment absolut dafür belohnt werden. Nach etwa 27 Spielminuten kombinierten sich die Kicker von Goianesia durch die Abwehrreihen von Atletico. Was mit einigen üblichen Kurzpässen beginnt, endet mit einem außerordentlichen Abschluss, an den die Sandro Wagners, Pierre-Michel Lasoggas oder Fabian Lamsters dieser Welt nicht auch nur im Ansatz denken (schon gar nicht so umsetzen) würden.

Bedenkt man zudem, dass Torschütze Wendell (bis jetzt) ein weitgehend unbekannter Fußballer ist, kann es gut sein, dass er sich seinen Fallrückzieher als GIF-Animation in einem digitalen Bilderrahmen in seiner Wohnung aufhängt. Einfach um jeden Tag daran erinnert zu werden, was fußballerisch möglich ist, selbst wenn ihm so eine Szene wohl erst einmal höchstens im Training (oder in seinem heimischen Fallrückziehertrainingsraum) gelingen dürfte.

Das Spiel endete übrigens 2:1 für Goianesia. Aufnahmen von den weiteren Toren liegen nicht vor. Gerüchten zufolge hatten die Kamerateams nach Wendells 1:0 ihr Equipment zusammengepackt, weil sie den Zuschauern an diesem Tag sowieso kein schöneres Fußballerlebnis mehr zeigen konnten.