Archiv der Kategorie: Königsklasse / Champions League

Gruppenletzter? Kein Problem: Für diese Teams ist der Champions-League-Traum erst einmal zu Ende

Am gestrigen Mittwoch (10. Dezember 2014) endete die Gruppenphase in der Champions-League-Spielzeit 2014/2015. Und während 16 Teams sich über den Achtelfinaleinzug (sowie 8 weitere Mannschaften über die Teilnahme an der UEFA Europa League) freuen, heißt es für die acht Tabellenletzten: Ciao Champions League!
Für sie ist die Teilnahme am Europapokal für diese Spielzeit beendet, sodass sie sich wieder auf nationale Begegnungen konzentrieren können. Ein Grund für den Fernschussblog, die Gruppenschlusslichter noch einmal gebührend aus der Königsklasse zu verabschieden.

Gruppe A: Malmö FF

Ein einziger Sieg (2:0 gegen Piräus) aus sechs Begegnungen reichte dem 18-maligen schwedischen Meister (und Ausbildungsverein von Zlatan Ibrahimovic) nicht, um sich den Verbleib im internationalen Wettbewerb zu sichern. Immerhin: drei der vier erzielten Buden gelangen Ex-Werder-Profi (und derzeitigem Mannschaftskapitän) Markus Rosenberg, der wohl auch dadurch wieder Begehrlichkeiten im Ausland geweckt hat, beispielsweise bei Hertha BSC und dem HSV.

Gruppe B: Ludogorez Rasgrad

In einer Gruppe mit Real Madrid, dem FC Basel und Liverpool ist der amtierende bulgarische Meister aus Rasgrad natürlich absoluter Außenseiter gewesen. Darum verwundert es nicht, dass das Team aus der 38.000-Einwohner-Stadt nur den vierten Platz belegte und trotzdem mit dem 1:0-Heimtriumph gegen Basel sowie einem 2:2-Remis gegen Liverpool absolut positiv überraschte.

Gruppe C: Benfica Lissabon

Vom portugiesischen Rekordmeister und letztjährigen Europa-League-Finalist hatte ich in einer Gruppe mit Leverkusen, Monaco und Zenit St. Petersburg eigentlich mehr als einen vierten Platz erwartet. Doch zwei Unentschieden und ein Sieg gegen den letzlichen Gruppensieger aus Monaco genügten nicht, um weiterhin international zu spielen. Wenigstens in Portugals Liga Zon Sagres sind „die Adler“ derzeit Tabellenführer vor dem rivalisierten FC Porto, mit dem sie sich seit Jahren um den Meistertitel balgen.

Gruppe D: Galatasaray Istanbul

Dass die Löwen vom Bosporus so derart keine Chance in der Gruppe haben würden, hätte ich nicht gedacht. Lediglich ein einziges 1:1-Remis gelingt ihnen am ersten Spieltag im Heimspiel gegen Anderlecht, in allen anderen Partien unterliegt der türkische Rekordmeister, ist meist chancenlos.

Gruppe E: ZSKA Moskau

Dass ZSKA die Bayern oder Manchester City aus dem Wettbewerb ballert, ist nicht zu erwarten gewesen. Die Russen erwischten mal wieder eine schwere Gruppe, in der sie knapp (um zwei Tore) den dritten Platz verfehlten, trotzdem sie die „Citizens“ in der Auswärtspartie mit 2:1 besiegten, aber in den (um Platz 2/3) entscheidenden Begegnungen gegen den AS Rom zu wenig Punkte einfuhren. Zumindest Mittelstürmer Seydou Doumbia konnte mit drei Treffern nachhaltig positiv auf sich aufmerksam machen.

Gruppe F: APOEL Nikosia

Zum dritten Mal qualifizierte sich das Team aus der zyprischen Hauptstadt für die Champions League. Für APOEL wohl nach wie vor ein Ereignis, das jegliche vorstellbare sportliche Dimensionen übersteigt, auch wenn sie dieses Mal schon nach der Vorrunden aus dem Turnier ausgeschieden sind. An einen Achtelfinaleinzug (wie in der Spielzeit 2011/2012) ist sowieso in einer Gruppe mit Ajax Amsterdam, dem FC Barcelona und Paris St. Germain nicht zu denken gewesen. Die größten internationale Erfolge in dieser CL-Saison: die beachtlichen Partien gegen PSG (zwei 0:1-Niederlagen) sowie das 1:1-Remis gegen Ajax.

Gruppe G: NK Maribor

Sloweniens 95.000-Einwohner-Stadt Maribor kennt man nicht nur aufgrund seiner Weintradition, sondern auch durch seine diesjährige Champions-League-Teilnahme (die zweite überhaupt, letztmalig 1999/2000). Hier erwies sich das Team besonders im heimischen „Volksgarten“ als unangenehmer Gegner, der Favoriten wie dem FC Chelsea oder Sporting Lissabon ein Unentschieden abverlangte, auswärts aber häufig nicht mithalten konnte.

Gruppe H: BATE Baryssau

Wenn es in der Vorrunde der diesjährigen Champions-League-Spielzeit so etwas wie die „Schießbude des Turniers“ gegeben hat, dann trifft das wohl am ehesten auf den weißrussischen Meister aus Baryssau zu. Mit weitgehend unbekannten einheimisches Fußballprofis versuchte man (bereits zum vierten Mal), in der Königsklasse zu bestehen, was gegen Porto (0:6-Auswärtspleite) und insbesondere gegen Donezk (zuhause 0:7, auswärts 0:6 verloren) eher überschaubar glückte. Dafür besiegte man (sensationell überraschend) Atletic Bilbao mit 2:1, es blieben die einzigen Tore von BATE (die damit den zweiten CL-Sieg ihrer Vereinsgeschichte einfuhren) in der Spielzeit 2014/2015.

Warum das alles? Nun: Immerhin sind schwedischer, bulgarischer, portugiesischer, türkischer, russischer, zyprischer, slowenischer und weißrussischer Meister herausgeflogen. Sie alle waren oft gnadenlose Außenseiter in ihren Gruppen und dürften sich trotz teilweise herber Pleiten über die Millionengewinne aus der Champions League (und die für manche Profis einmaligen Fußballspiele) gefreut haben. Denn bei allem Erfolgsstreben muss es eben auch Teams geben, die mehr Partien verlieren als gewinnen, obwohl sie alles gegeben haben. Kein Grund, ihre (wenigen) Erfolgserlebnisse also nicht dennoch auch angemessen zu würdigen.

Die Bundesliga ist die geilste und stärkste Fußball-Liga der Welt: Vielleicht, vielleicht auch nicht?

Sechs Fußball-Teams repräsentieren aktuell Deutschland in den internationalen Wettbewerben und sorgten vor fünf Wochen für einen perfekten Europacup-Spieltag, als sie jeweils ihre Begegnungen gewannen und das bei einer hervorragenden Torbilanz von 26:6. Eine Tatsache, die bei vielen nur ein Fazit zuließ: Augenscheinlich müssen sich die deutschen Vertreter in internationalen Wettbewerben vor keinem Gegner fürchten. Dass das (leider) nur eine Momentaufnahme gewesen ist, veranschaulichen die Ergebnisse in Champions League wie Europa League in dieser Woche (25.-27. November).

Desolater Europapokal-Spieltag für deutsche Teams
Die Statistik lautet hier nicht 6-0-0 wie Ende Oktober, sondern 0-1-5, Tordifferenz 4:15. Allen voran gegen die englischen Teams (Chelsea, Manchester City, Arsenal, Everton) sahen die deutschen Teams dieses Mal wenig bis gar kein Land.

Dem FC Bayern widerfuhr etwas, was dort in den letzten Spielzeiten nur noch höchstselten anzutreffen gewesen ist: eine Pflichtspielniederlage, die letztlich aus drei individuellen Patzern (Benatia, Xabi Alonso, Boateng) sowie drei Glanzmomenten von Sergio Agüero resultierte. Insgesamt aber eine Pleite ohne größere Folgen, die Bayern stehen längst als Gruppenerster fest.

Wie die Münchener ging ebenso Borussia Dortmund als ungeschlagener Tabellenführer in den 5. Champions-League-Spieltag. Die 0:2-Niederlage vor heimischer Kulisse gegen Arsenal ändert zwar am ersten Tabellenplatz nichts, doch kriselt es nun bei Schwarz-Gelb sichtbar auch außerhalb der Bundesliga ein wenig. Zudem können die Dortmunder in zwei Wochen gegen Anderlecht noch ihren ersten Platz verspielen und würden dann im Achtelfinale auf Teams wie Real Madrid, den FC Bayern, Paris St. Germain/FC Barcelona oder den FC Chelsea treffen.

„Wenig kriseln“ wäre als Einschätzung für die zurückliegende Leistung des rund 30 Kilometer westlich von Dortmund heimischen FC Schalke 04 untertrieben. Die Schalker suchen unter Coach Roberto di Matteo weiter nach so etwas wie „Konstanz“ und gingen nach dem beachtlichen 3:2-Heimsieg gegen Wolfsburg mit NULL zu FÜNF gegen den FC Chelsea baden, was sie auf den dritten Platz zurückwirft und die Qualifikation für das Achtelfinale arg gefährdet. Zumal die Niederlage auch noch höher hätte ausfallen können.

Das galt für das Heimspiel der Leverkusener überhaupt nicht. Die Werkself versiebte ihr zweites Spiel gegen den AS Monaco, war allerdings spielbestimmend und ließ beste Chancen ungenutzt, bis die Monegassen eine ihrer wenigen Tormöglichkeiten eiskalt verwerteten, am Ende mit 1:0 als Sieger den Platz verließen. Immerhin: Bayer Leverkusen steht ebenfalls schon im Achtelfinale und kann am letzten Vorrundenspieltag aus eigener Kraft als Tabellenführer die Gruppenphase beenden.

Auch für Wolfsburg und Gladbach hielten sich die Erfolgserlebnisse in der UEFA Europa League „in Grenzen“. Während die „Wölfe“ gegen Everton (trotz gefühlter 133 Torchancen) erneut den kürzeren Zogen (0:2), errackerten sich die Gladbacher in Villareal nach zweimaligem Rückstand noch ein 2:2-Remis. Nun geht es für beide Teams in zwei Wochen um alles, der Einzug in die Zwischenrunde scheint für beide jedoch absolut machbar.

Bis auf die Bayern (die ohne die drei Patzer in Unterzahl wohl sogar noch gewonnen hätten) und Gladbach enttäuschten die restlichen Bundesliga-Teams und können sich am bevorstehenden 13. Bundesliga-Spieltag bei ihren Fans um Wiedergutmachung bemühen. Das sollte insbesondere für Schalke (Heimspiel gegen Mainz), Leverkusen (Heimspiel gegen Köln) und Dortmund (zu Gast in Frankfurt) möglich sein. Die Europa-League-Teilnehmer duellieren sich am Sonntagnachmittag (30. November, 15:30 Uhr) zum Spitzenspiel, die Bayern spielen 90 Minuten im Berliner Olympiastadion vor.

Vorfreude auf das Champions-League-Finale 2014. Und der Wunsch nach Toren in Joe-Garner-Manier

Nach dem mehr oder weniger torschussarmen DFB-Pokal-Finale vom letzten Wochenende (17. Mai 2014) zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund folgt am heutigen Abend (24. Mai 2014) das nächste Fußball-Highlight: das Champions-League-Finale 2014 zwischen Real Madrid und Atletico Madrid. Und egal, wie es heute Abend in Lissabon ausgeht: Ich freue mich riesig auf das Spiel.

Schließlich handelt es sich hier um ein Stadtderby (Info: Das erste stadtinterne CL-Finale überhaupt), bei dem sich beide Teams (nett formuliert) nicht sonderlich mögen.
Zudem trifft Reals Super-Offensive „BBC“ (Bale-Benzema-Cristiano) auf die hervorragende Defensive der Rojiblancos (Die „Rot-Weißen“), die in der abgelaufenen Spielzeit 2013/2014 in der Primera Division lediglich 26 Gegentore kassierten (Ligabestwert).

So kann man davon ausgehen, dass allen Zuschauern ein spannendes wie umkämpftes Duell bevorsteht, bei dem es auch auf Schiedsrichter Björn Kuipers und seine Assistenten ankommt. Denn durch die Rivalität zwischen beiden Vereinen in Kombination mit dem sportlichen Rahmen (Champions-League-Finale) könnten Spieler wie Pepe (wenn er überhaupt rechtzeitig fit wird), Sergio Ramos oder Arda Turan besonders motiviert sein und in unübersichtlichen Szenen mal wieder die Nerven verlieren.

Mein Tipp für das Finale: Real Madrid gewinnt mit 2:1 nach Verlängerung. Ich drücke trotzdem Atletico Madrid die Daumen, die trotz Meisterschaft hier als minimaler Außenseiter in das Finale gehen und den Königlichen ihren „Decima“ (10. Champions-League-Titel der Vereinshistorie) ruinieren können. Inwieweit das funktioniert, sehen wir dann heute Abend ab 20:45 Uhr.

Zur visuellen Einstimmung auf den abendlichen Fußball-Leckerbissen hier noch ein Torabschluss aus der zweiten englischen Liga („Championship“), der mich vor einigen Tagen ereilte und seitdem nicht mehr ruhig schlafen lässt. In diesem Sinne: Auf ein tolles Finale. Und auf dass beide Teams uns mindestens ein Tor in bester Joe-Garner-Manier präsentieren.

Der Lord Voldemort vom FC Bayern hat gesprochen

So so. Erst sind sie eine gefühlte Ewigkeit ungeschlagen und spielen ihre Gegner in Scharen an die Wand. Dann sind sie seit 25. März 2014 so früh deutscher Meister wie nie zuvor. Die Pflichtspiel-Statistik seitdem: Sechs Begegnungen, zwei Siege, zwei Remis und – festhalten – zwei Niederlagen.
Ja. Beim FC Bayern hängt nach dem „dramatischen“ Halbfinaleinzug (3:1 gegen Man. United) in der Champions League sowie der „mühseligen“ Buchung des Finaltickets im DFB-Pokal (5:1 gegen Kaiserslautern) mal wieder der Haussegen schief.

Schlendrian-Alarm? Nun ja. Schaut man sich die Aufstellung gegen den FC Augsburg (0:1-Endstand) an, war klar, dass dieses Experiment nicht unbedingt aufgehen muss. Die Folge: die erste Niederlage seit 53 (!) Ligaspielen. Gut. Ein Ausrutscher. Eine einmalige Sache, zumal vier Tage später das CL-Rückspiel anstand, was überzeugend gewonnen wurde.

Letztes Wochenende dann das „Duell der Rivalen“. Gegen die Borussia aus Dortmund, die man im Sommer um Robert Lewandowski (weitere Transfers nicht ausgeschlossen) erleichtert, setzt es eine 0:3-Heimpleite. Auch ohne Experimente. Eine Tatsache, die Sportvorstand (und Ex-Dortmunder) Matze Sammer ungemein ärgert. So sehr, dass es wieder gut ist, wie er im Anschluss an das Spiel erklärt.

„Wenn immer alles gut ist, neigt man auch immer ein bisschen dazu. Und jetzt ist eben mal nicht gut. Und das ist gut.“
Aha.  Obacht. Alarm alarm! Man verliert, weil man in der Bundesliga nach der gesicherten Meisterschaft zwei bis drei Gänge herunterschaltet. Und das ist, das wissen wir nun, absolut gut, legitim, in Ordnung.

Na klar: Und nach dem 5:1-Heimerfolg gegen Lautern im Pokal meinte er: „Wir haben nicht gebrannt„.
Das stimmt sogar, denn trotz der roten Trikots sah man auf dem Feld keine brennenden Fußballer im Bayern-Dress. Vielleicht ja morgen (19. April 2014) beim Auswärtsspiel in Braunschweig?

Man darf gespannt sein, wie die unsinnige „Wir sind außer Form“-Mentalität weiter nach außen getragen wird. Zumal man sich nicht wundern dürfte, wenn morgen auf einmal wieder die Weiser, Höjbjergs und Co. sich probieren dürfen, damit in Vorbereitung auf das Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid (Mittwoch, 23. April, in Madrid) nichts anbrennt. Und wenn doch? Ist bestimmt trotzdem alles gut.

Treffen sich zwei „The One’s“. Sagt der eine: Good luck.

Nachdem der FC Chelsea mitsamt Trainer José Mourinho am Dienstagabend (8. April 2014) vor heimischer Kulisse nach der 1:3-Hinspielpleite durch ein 2:0-Sieg doch noch das Halbfinalticket buchte, kannte die Freude in der Stamford Bridge keine Grenzen.

Zu diesem Erfolg hatte nicht nur André Schürrle mit seinem Treffer zum 1:0 beigetragen, sondern ebenso der Ex-Hoffenheimer Demba Ba, der wenige Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit das zweite Tor des Tages erzielte, sein Team ins Halbfinale der Champions League katapultierte.

Anschließend durfte „Blues“-Coach Mourinho („The Special One“) viele Gratulationen entgegennehmen. Unter anderem von Zlatan Ibrahimovic („The Only One“), der ihn bei einem TV-Interview von hinten überrascht und „viel Glück“ für den weiteren Wettbewerb wünscht.

Eine faire Geste von Paris‘ Top-Torschützen Saint Zlatan, der das Ausscheiden seines Teams aufgrund einer Verletzung im Oberschenkel nicht verhindern konnte.
Ob Chelsea vom „Glück“ im Halbfinale gegen Atletico Madrid wirklich Gebrauch machen muss, wird sich dann bei den Begegnungen am 22. und 30. April 2014 zeigen.