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Besuch in der Red Bull Arena: Das Ostderby zwischen Rasenballsport Leipzig und Union Berlin

Nachdem ich mit dem Erdgas Sportpark bereits das Fußball-Wohnzimmer des Halleschen FC gesehen hatte, war es an der Zeit, sich das Zentralstadion (neuerdings: Red Bull Arena) in Leipzig zu genehmigen. Und wo könnte das besser gelingen als beim Derby zwischen Rasenballsport Leipzig und Union Berlin? Wenige Minuten und Klicks später hatte ich mir ein Ticket für das Freitagabendspiel (19. Februar 2016) gesichert – und die Tour nach Leipzig konnte beginnen.

Ticket ins Glück? Auf gutes Wetter hoffend sicherte ich mir einen Platz im Unterrang an der Südseite des Stadions.

Ticket ins Glück? Auf gutes Wetter hoffend sicherte ich mir einen Platz im Unterrang an der Südseite des Stadions.

Wie geht es weiter?

Ein Adventssonntag in Köpenick: Zu Gast im Stadion An der Alten Försterei bei Union Berlin gegen den FSV Frankfurt

Im Rahmen von „Fernschussblog-Live“ habe ich bereits regelmäßig das Berliner Olympiastadion, das Babelsberger Karl-Liebknecht-Stadion sowie einmal das Beelitzer Stadion des Friedens zu unterschiedlichsten Partien besucht.
Gerade weil mir regionale Fußballclubs besonders am Herzen liegen und ich mich stets um neue spannende Stadionerlebnisse bemühe, habe ich mich am zweiten Adventssonntag (7. Dezember 2014) nach Berlin Köpenick in das Stadion An der Alten Försterei begeben. Hier trägt Zweitligist Union Berlin seine Heimspiele aus und kann sich wetter- und spielunabhängig der bedingungslosen Unterstützung seiner Anhänger sicher sein. Eine Tatsache, die stets für eine „besondere Atmosphäre“ sorgen soll, wie mir im Vorfeld der Begegnung versichert wurde.

Und tatsächlich: Auch wenn an diesem Nachmittag bei angenehmen Winterverhältnissen lediglich etwas mehr als 15.800 Zuschauern (Durchschnitt sind ca. 18.000 pro Spiel) den Weg ins Stadion gefunden haben, hat sich der Stadionbesuch zur Begegnung zwischen Union Berlin und dem FSV Frankfurt am 16. Spieltag absolut gelohnt.

1 - Försterei Distanz

Zwei Stunden vor dem Anpfiff: Noch ruht das Stadionumfeld An der Alten Försterei, was zu einem Spaziergang an der Wuhle (Richtung örtlichem Fast-Food-Inhaber des Vertrauens) einlädt.

2 - Vor dem Stadion

Der 1. FC Union Berlin wurde 1966 gegründet und trägt seitdem seine Heimspiele im Stadion An der Alten Försterei aus. Seit 2008 ist der Club Stammgast in der zweiten Fußball-Bundesliga.

3 - Fanequipment mit hochwertigen Slogan

Wie wohl jeder andere Fußballverein besitzt Union Fanequipment mit verschiedenen Slogans, die das Selbstverständnis des Clubs widerspiegeln sollen.

4 - Die Alte Försterei im Überblick, zu Gast im Block G, die Waldseite

Für rund zwei Stunden sollte der Block G (dunkelgrün eingefärbter Bereich) mein Zuhause sein, in Fankreisen als die „Waldseite“ bekannt.

5 - Der erste Blick ins Stadionschmuckkästchen. Einmalig. Besonders aufgrund des fantastischen Wetters.

Der erste Blick ins Stadion-Schmuckkästchen: Einmalig. Besonders aufgrund des fantastischen Wetters und der sich schon vor dem Anpfiff einsingenden Heimfans.

6 -Die Nordseite (Sitzplätze only)

Vor dem Anpfiff wie auch später eher überschaubar gefüllt: der Sitzplatzbereich der mehrheitlich über Stehplätze verfügenden Fußballarena.

7 - Die Spieler auf dem Platz machen sich warm, die Fans auf den Rängen (singend) ebenso.

Die Spieler auf dem Rasen machen sich ausgiebig warm, die Fans auf den Rängen (singend, Bier trinkend) ebenso.

7,5 - Choreo vor Anpiff. Der Fernschussblogger war mittendrin statt nur dabei, geschätzt zwischen I und O.

Die Choreo vor dem Anstoß: Der Fernschussblogger war mittendrin statt nur dabei, geschätzt zwischen den Buchstaben I und O. Foto: (c) Facebook

8 - Erste Halbzeit deutliches Chancenplus seitens Köpenicker. 0-0 Halbzeitstand.

In der ersten Halbzeit verzeichnen die Köpenicker ein deutliches Chancenplus, lassen dennoch beste Chancen ungenutzt. Die Folge: der Halbzeitstand von 0:0.

9 -

Zu Beginn der 2. Halbzeit folgte in der 47. Minute zum Glück (aus Sicht der Berliner) die Erlösung in Torform durch Skrzybski. Eine sichere Führung, die die Berliner in der 71. Spielminute ausbauten, Thiel sei Dank. Kurz vor dem Abpfiff (90. + 2) war Unions Defensive schon mental in der Kabine, sodass den insgesamt schwach aufspielenden Frankfurtern durch Kapllani der Anschlusstreffer gelang. Wenige Sekunden später pfiff Schiedsrichter Dankert das Spiel ab, das Union auf den 11. und die Frankfurter auf den 14. Tabellenplatz befördert.

10 - zweiter Heimsieg in Serie, Krise vorerst überstanden. Unions Kicker und seine Anhänger bedanken sich gegenseitig beieinander. Abseitsfalle Köpenick danach - oder nach Hause.

Es ist Unions zweiter Sieg in Serie, mit dem sie die noch vor einigen Wochen vorherrschende Krise vorerst überstanden haben. Nach Abpfiff bedanken sich die Kicker von Union Berlin und die Anhänger auf der Tribüne gegenseitig beieinander, bevor sich ihre Wege bis zum nächsten Heimspiel (am 16. Dezember gegen Karlsruhe) trennen. Vorher spielen die Berliner am kommenden Samstagnachmittag (13. Dezember) in Braunschweig, während die Frankfurter vor heimischer Kulisse Fortuna Düsseldorf empfangen.

Fussball: Connecting People. Zumindest definitiv in Köln und Lissabon… Und ein bisschen auch in München.

In diesen Tagen, in denen sich die Spielzeiten in vielen Profiligen Europas dem Ende neigen, fallen mancherorts die wichtigsten Entscheidungen des Jahres. Wer wird Meister? Wer steigt auf? Wer steigt ab? Wer gewinnt Pokale? Und wer geht verdient oder unverdient leer aus?
Für Fußballfans handelt es sich dabei zumeist um die bedeutsamsten und emotionalsten Momente der letzten Monate (und vielleicht Jahre), wie es sich in dieser Woche an zweierlei Beispielen belegen lässt.

Zu allererst (und das dürfte sich deutschlandweit herumgesprochen haben): Der 1. FC Köln ist wieder erstklassig. Nach dem 3:1-Heimsieg (am 21. April 2014) gegen den VfL Bochum können die Kölner (10 Punkte Vorsprung bei drei verbleibenden Partien) nicht mehr von den ersten beiden Tabellenplätzen der zweiten Bundesliga verdrängt werden.
Was dann pünktlich zum Abpfiff kurz nach 22 Uhr im Rhein-Energie-Stadion zu Köln los war, kann sich jeder denken, der annähernd weiß, wie traditionsreich die Bundesligahistorie der Kölner ist und mit welcher Sehnsucht dort (nach dem erneuten Abstieg in 2011/2012) zehntausende Fußballfans nach Bundesligafußball lechzen.

Unter Ösi-Coach Peter Stöger (seit Montag nur noch „Aufstöger„) hat es also geklappt, was ehrlich gesagt bei einem qualitativ ausgewogenen Kader mit Routiniers wie Patrick Helmes (Ex-Nationalspieler), Anthony Ujah (mit Nigeria bei der WM 2014), Marcel Risse (Ex-Mainz 05) und Youngsters wie Keeper Timo Horn (bei Hoffenheim im Gespräch), Linksverteidiger Jonas Hector, Mittelfelddirigent Yannick Gerhardt oder Innenverteidiger Kevin Wimmer mehr oder minder zu erwarten war. Dennoch eine fantastische Leistung des FC, der definitiv die Bundesliga in 2014/2015 um eine Attraktion bereichert.

Eine etwas andere Dimension der Fußballfeierei ereignete sich vor einigen Tagen (am 20. April 2014) in Portugal. Nach einer für die Lisboa-Fans gefühlten Ewigkeit (letztmalig: 2009/2010, also einige Jahre her) machte Portugals Rekordmeister Benfica Lissabon am 28. Spieltag mit einem 2:0-Heimerfolg gegen den Tabellenletzten aus Olhanense den 33. Meistertitel vorzeitig perfekt.
Ähnlich wie in Köln verwandelte sich das Estadio da Luz (zu deutsch: Stadion des Lichts) anschließend in ein Tollhaus. Bei Spieler, Trainer, Fans (quasi: bei allen Benfica-Verliebten) gab es kein Halten mehr. Kurze Zeit später am Praca Marques de Pombal (ein Platz in der Innenstadt Lissabons) allerdings schon, als sich Hunderttausende zur gemeinsamen Zelebrierung des Titels versammelten.

Kaum auszudenken, was auf Lissabons Straßen los ist, wenn die „Adler“ im Mai mit einem eventuellen Europa-League sowie Pokalsieg das Triple einfahren.

Beide Beispiele beweisen eindrucksvoll mal wieder: Fußball ist Weltsport Nummer eins. Fußball verbindet die Menschen. Fußball ist im Stande, positive Emotionen en masse freizusetzen. Eine Tatsache, von der die in 46 Tagen beginnende Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien auf jeden Fall profitiert.

Fun-Fact: Als der FC Bayern am 25. März im Berliner Olympiastadion sich vorzeitig die deutsche Meisterschaft sichert, gehen dreißig Minuten nach Spielende sage und schreibe  „knapp 50 Fans“ zum Feiern auf die Straße. Eine (wie ich finde) überschaubare Zahl, wenn man die jubelnden Massen aus Köln und Lissabon danebenlegt.
Wobei sich das auch am 10. Mai gegen 17:20 Uhr ein wenig ändern dürfte, wenn der deutsche Rekordmeister im heimischen Stadion seine 24. Meisterschale entgegennimmt. Ob dann in der Allianz-Arena vor voraussichtlich über 70.000 Zuschauern eine Stimmung wie letztens beim Pokalspiel in Thessaloniki (Griechenland) herrscht?