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Das französische Pendant zu Zlatan Ibrahimovic: Die schönsten Tore von Philippe Mexes

Er mag nicht der beste Verteidiger Frankreichs sein, schon gar nicht der Welt. Dafür hat Philippe „Das Solarium ist mein zweites Zuhause“ und „Jede Woche eine neue Frise“ Mexes ganz andere Qualitäten. Nicht, dass der 33-Jährige Messi ausdribbelte oder einen Sprint gegen David Odonkor (schnell rennen konnte er damals ja wirklich, wenn auch scheinbar nicht viel mehr) gewonnen hat.

Nein, er hat es sich wohl als persönliches Ziel gesetzt, durch brachiale Tore in Erinnerung zu bleiben. Dabei steht auf seiner Visitenkarte eher „Spielzerstörer“ oder „Mensch gewordene Abrissbirne“, wenn er die Bälle resolut klärt und in Kopfballduellen in elf von zehn Fällen als Sieger hervorgeht. Das beweist er zuletzt erneut, als er beim Testspiel seines AC gegen Inter Mailand in unnachahmlicher Art und Weise einen Eckball per „Sprung-Volley-Seitfallzieher“ aus gut siebzehn Metern direkt ins Tor wemmst.

Zu gerne würde man wissen, was ihm Sekunden vor der Aktion durch seinen Kopf geht. Ich zumindest wüsste, dass ich mich allein bei dem Versuch so dermaßen schwer verletzen würde, dass ich niemals mehr auch nur ansatzweise auf die Idee käme, solch einen Move zu starten. Viel spannender ist auch: Wo hat er so etwas gelernt? Hat er bei sich zu Hause ein Volley-, Seitfall- und Fallrückzieherzimmer, in denen er in der Freizeit Sonderschichten schiebt? Kaum vorstellbar, dass Aktionen wie diese zufällig entstehen. Dafür sehen sie doch zu souverän aus, gerade für ihn (und das macht es umso bemerkenswerter) als Innenverteidiger, als Abwehrhaudegen.

Die Kollegen von 11FREUNDE sprachen hier glatt vom „Tor seines Lebens“ und hatten dabei wohl seinen zlatanesken Fallrückzieher aus 2012 kurzzeitig vergessen, mit dem er sich (gefühlt) die fußballerische Unsterblichkeit erspielt hat.

Allerdings trägt Mexes auch in vielen Video den Beinamen „The Beast“. Dann kommtes vor, dass er als Heißsporn die Contenance verliert und mit (nie eine gute Idee) Zlatan Ibrahimovic auf Tuchfühlung geht oder Gegenspieler Stefano Mauri „lieb hat“. Unschöne Szenen, die wir so nicht sehen wollen. Viel lieber habe ich es, wenn er sich als (Traum-)Torschütze versucht – und hier bereits einige Male denkbar knapp scheiterte. Zum Beispiel im Ligaspiel gegen seinen Ex-Club (AS Rom), als er einen Ball aus 41 Metern Richtung Tor jagt und Roma-Keeper De Sanctis zu einer Parade zwingt. Andernfalls wäre das Leder wohl direkt im Netz eingeschlagen – und die Welt um ein Traumtor von Philippe Mexes reicher.

Brasilianer Wendell gelingt Torabschluss, der einige Hobbykicker in die Sportinvalidität schicken würde

Ok Freunde, es gibt Tore, bei denen das runde Leder mit viel Herz und Kraft ins Netz geackert wird. Ab und an gelingt das mit einer derartigen Skurrilität, wie das monatliche Küren des Kacktors des Monats in Arndt Zeiglers Fußball-Unterhaltungs-TV-Format „Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs“ beweist.
Dass die Bezeichnung „skurril“ bei Toren nicht immer negativ gemeint sein muss, beweist ein Tor, das mir vor wenigen Tagen aufgefallen ist. Tatort: Ein Rasenplatz irgendwo in Brasilien, auf dem sich Atletico GO und Goianesia duellierten. Eine Partie, die in Deutschland wohl zunächst auf ähnliche Begeisterung stieß wie das Bundesliga-Freitagsspiel zwischen Hertha BSC und dem VfB Stuttgart (6. März, Endstand 0:0) in Südostasien.

Die maximal zwei oder drei Experten, die es sich dennoch anschauten, sollten zumindest für einen Moment absolut dafür belohnt werden. Nach etwa 27 Spielminuten kombinierten sich die Kicker von Goianesia durch die Abwehrreihen von Atletico. Was mit einigen üblichen Kurzpässen beginnt, endet mit einem außerordentlichen Abschluss, an den die Sandro Wagners, Pierre-Michel Lasoggas oder Fabian Lamsters dieser Welt nicht auch nur im Ansatz denken (schon gar nicht so umsetzen) würden.

Bedenkt man zudem, dass Torschütze Wendell (bis jetzt) ein weitgehend unbekannter Fußballer ist, kann es gut sein, dass er sich seinen Fallrückzieher als GIF-Animation in einem digitalen Bilderrahmen in seiner Wohnung aufhängt. Einfach um jeden Tag daran erinnert zu werden, was fußballerisch möglich ist, selbst wenn ihm so eine Szene wohl erst einmal höchstens im Training (oder in seinem heimischen Fallrückziehertrainingsraum) gelingen dürfte.

Das Spiel endete übrigens 2:1 für Goianesia. Aufnahmen von den weiteren Toren liegen nicht vor. Gerüchten zufolge hatten die Kamerateams nach Wendells 1:0 ihr Equipment zusammengepackt, weil sie den Zuschauern an diesem Tag sowieso kein schöneres Fußballerlebnis mehr zeigen konnten.