Schlagwort-Archive: fußball-weltmeisterschaft 2014

Ein letzter Abschiedsgruß zur Fußball-WM 2014

31 Tage, 64 Partien, 171 Tore und einen schwarz-rot-goldenen Triumph später war es das, mit der Fußball-WM in Brasilien. Während die sehenswertesten Treffer mittlerweile hinlänglich bekannt sind und gekürt wurden, bedarf es noch einer angemessenen Gesamtzusammenfassung, die diesen Fußball-Wahnsinn visuell aufbereitet.

Et voilà: Da ist sie, der „Closing Montage“ von ESPNFC.com sei dank. Wer also die letzten vier Wochen (geht das überhaupt?) gar nichts von der WM 2014 mitbekommen hat, kann sich die circa vierminütige Zusammenfassung genehmigen. Und feststellen: Verdammt, was muss das für eine packende Sportveranstaltung gewesen sein.

Machs gut, Fußball-Weltmeisterschaft 2014. Wir werden dich vermissen. Und erfreuen uns bis zum Wiedersehen in 2018 an den schönsten Momenten, die du uns beschert hast.

Die 20. Fußball-Weltmeisterschaft ist beendet und beschert der Welt neben unzähligen Social-Media-Aktionen (Der Biss von Luis Suarez, Van Persing, Robbens theatralischer Fall, Mertesackers Eistonne usw.) natürlich auch aus fußballerischer Sicht einige Glanzpunkte.

SONY DSC

’54, ’74, ’90, 2014: Deutschland gewinnt in Brasilien zum vierten Mal eine WM-Endrunde und besiegt Argentinien im Finale mit 1:0 nach Verlängerung. Foto: © Lisa Guhl

Aus diesem Grund präsentiert euch der Fernschussblog an dieser Stelle die (aus seiner Sicht) sehenswertesten Treffer der Fußball-Weltmeisterschaft 2014. Und zählt insgeheim schon die Tage bis zum Start der nächsten Fußball-WM, die schon in 1425 Tagen (am 8. Juni 2018) in Russland beginnt.

10. John Boye, Ghana: Das schönste Eigentor der WM gegen Portugal, Endstand 2:1

9. Jermaine Jones, USA: Netter Rechtsschuss zum 1:1-Ausgleich gegen Portugal, Endstand 2:2

8. Xherdan Shaqiri, Schweiz: Machts mit links das 1:0 gegen Honduras, Endstand 3:0

7. Lionel Messi, Argentinien: Spätes Traumtor gegen den Iran, Endstand 1:0

6. Robin van Persie, Niederlande: Ein Flugkopfball der Kategorie „besser geht es nicht“ gegen Spanien, Endstand 5:1

5. André Schürrle, Deutschland: Zufall oder gewollt? Das Hackentor zur Führung gegen Algerien, Endstand 2:0 n.V.

4. David Villa, Spanien: Verabschiedet sich mit fantastischem Hackentor gegen Australien aus Brasilien, Endstand 3:0

3. Tim Cahill, Australien: Sagenhafte Direktabnahme zum Ausgleich gegen die Niederlande, Endstand 2:3

2. David Luiz, Brasilien: Der Innenverteidiger zeigt seine Freistoßkünste gegen Kolumbien, Endstand 2:1

1. James Rodriguez, Kolumbien: Perfekte Direktabnahme zur Führung gegen Uruguay, Endstand 2:0

Unglaublich, irre, unfassbar: Wie Deutschland die Brasilianer aus dem Turnier ballert… und nun Weltmeister wird?

Ich war vor dem Fernseher glücklicherweise schon Zeuge einiger Fußballspiele, an die ich mich noch heute aufgrund ihrer fußballerischen Einzigartigkeit erinnere. Mein Lieblingsbeispiel hierfür ist und bleibt das Champions-League-Viertelfinal-Hinspiel 2010/2011, als der FC Schalke 04 mit Sarpei, Baumjohann und Edu in der Startformation den damaligen Titelverteidiger Inter Mailand auswärts mit sage und schreibe 5:2 zurück in die Kabine schickt.

Seit letztem Dienstag (8. Juli 2014) gesellt sich auf jeden Fall auch das erste Halbfinale bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien in die Kategorie solcher denkwürdigen Begegnungen, als Deutschland in Belo Horizonte Brasilien mit 7 (verdammt nochmal: sieben!) zu eins erledigt. Den Rekordweltmeister, Titel-Konkurrenten und WM-Gastgeber, der zwischen der 23. und 30. Spielminute einfach mal vier Gegentreffer kassiert und gegen entfesselt aufspielende Deutsche wie eine maßlos unterlegene Trainingstruppe wirkt.

Und auch die Tore erinnern, wie eine Nachbearbeitung ohne brasilianische Kicker auf dem Feld zeigt, eher an ein entspanntes Training der deutschen Elf.

Und die Brasilianer? Klar: Die waren zurecht geschockt und entsprechend enttäuscht über den schwachen Auftritt ihrer Selecao. Selbst, wenn Kapitän Thiago Silva und Superstar Neymar fehlen, darf sich Brasilien unter normalen Umständen niemals so schlecht verkaufen. Zumal sie derart hoch verlieren, wie es sonst nur der Nationalmannschaft Liechtensteins, San Marinos o.ä. vergönnt ist.
Und so war die Blamage, wie folgendes Video verdeutlicht, für viele brasilianische Fans mit einem persönlichen Weltuntergang gleichzusetzen.

Zu allem Ärgernis packen die Argentinier, fußballerischer Erzrivale Brasiliens, einen Tag später (9. Juli 2014) gegen die Niederlande im Elfmeterschießen den Einzug ins WM-Finale. Nun kann der Alptraum vieler Brasilianer im Finale (13. Juli 2014) seinen Höhepunkt erreichen, wenn die Albiceleste mit Mascherano, Messi und Co. im Maracana zu Rio de Janeiro zum dritten Mal (nach 1978 und 1986) Weltmeister werden sollte.
Zum Glück gibt es da allerdings noch die deutsche Nationalmannschaft, die das zu verhindern weiß und morgen Abend die Argentinier mit 3:1 besiegt.

Der Fernschussblog wünscht euch allen bei Spiel um Platz drei und Finale einen prima WM-Abschluss sowie zwei spannende, unterhaltsame und hoffentlich sportliche faire Begegnungen.

Ein Land im Ausnahmezustand: Algerien feiert den Achtelfinaleinzug wie andere den Titelgewinn

Als Algerien am Donnerstagabend (26. Juni 2014) mit dem 1:1-Remis gegen Russland den zweiten Tabellenplatz in der Gruppe H verteidigt, kennt der Jubel unter den Spielern keine Grenzen. Kein Wunder: Ist es doch der erste Achtelfinaleinzug der „Wüstenfüchse“, der in der Heimat kurz vor Mitternacht die Menschen auf die Straße treibt.
Und während man hierzulande seine Freude über Erfolge des Fußball-Nationalteams oft mit hupenden Autokorsos ausdrückt, greifen die Menschen in Algerien zu Feuerwerkskörpern und lassen den Himmel erstrahlen. So ist er wenige Minuten nach dem Abpfiff in Brasilien komplett vernebelt, da die algerische Bevölkerung den Erfolg ihrer Fußballer in Brasilien jetzt schon wie einen Titelgewinn feiert.

Morgen Abend (30. Juni 2014, 22 Uhr) trifft Algerien nun in Porto Alegre auf die deutsche Nationalmannschaft, geht als Außenseiter in die Begegnung. Zwar gewannen sie die beiden bisherigen Aufeinandertreffen gegen Deutschland mit 2:1 und 2:0 (bei der WM 1982), allerdings liegen die Spiele eben schon circa 32 Jahre zurück. Da war die Mehrheit der aktuellen algerischen und deutschen Nationalspieler noch nicht einmal auf der Welt.
Zwar ist ein Sieg Algeriens im Achtelfinale nicht komplett ausgeschlossen, wäre aber eine große Überraschung, die in Deutschland für maßlose Enttäuschung und in Algerien für die nächste vorverlegte Silvesterparty sorgen würde.

Fußball-Weltstar mit Herz: Samuel Eto’o als Trostspender für enttäuschten jungen Fan der „unzähmbaren Löwen“

Samuel Eto’o geht keinem Streit aus dem Weg, ist immer auf sein Recht und Geld bedacht und duldet als Kapitän Kameruns keinen zweiten „Häuptling“, was auch Coach Volker Finke einige Male zur Verzweiflung bringt.
Auch auf Vereinsebene streitet er sich mit Chelsea-Coach José Mourinho, der behauptet, er sei schon Jahre älter und revanchiert sich bei ihm mit seinem „Old Man“-Torjubel.

Trotz ab und an hinterfragbaren Charakterzügen ist und bleibt er ein grandioser Fußballer, der für insgesamt circa 80 Millionen Euro über die Ladentheken internationaler Fußballvereine (FC Barcelona, Inter Mailand, Anzhi) geht. Und mit mittlerweie 33 Jahren bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien wohl sein letztes großes Turnier im Dress der „unzähmbaren Löwen“ bestreitet.

Nach dem katastrophalen Aus der Kameruner in der Vorrunde (punktlos und mit einer Torstatistik von 1:9) ist Eto’o das scheinbar noch einmal bewusst geworden, als ihn ein junger, enttäuschter Fan empfängt und auf eine tröstende Umarmung einlädt. Etoo sagt (aus Menschlichkeit oder weil die Kameras laufen?) ohne Zögern zu und verharrt für einige Sekunden im Moment des inneren Friedens. Wohl auch, um sich selbst für die (nach dem doch beachtlichen 2:2-Unentschieden im Testspiel gegen Deutschland wenige Tage vor dem WM-Auftakt) vollkommen verkorkste Teilnahme an der WM-Endrunde zu verarbeiten.

Schließlich konnte er (offiziell) aufgrund einer Knieverletzung nicht mehr bei den Partien gegen Kroatien (0:4) und Brasilien (1:4) teilnehmen.
Auch sein Vertrag beim FC Chelsea läuft in diesen Tagen aus, bei dem ihm in 2013/2014 neun Treffer und fünf Vorlagen in 21 Einsätzen gelingen. Ob es ihn in der Spielzeit 2014/2015 zurück zu seiner „alten Liebe“ (dem RCD Mallorca) oder möglicherweise in andere Clubgefilde (Wolfsburg?) verschlägt, bleibt abzuwarten.

Fakt ist: Wer auf Vereinsebene in 512 Spielen 269 Buden (und 89 Tore serviert) sowie in der Nationalelf in 116 Begegnungen 56 Tore praktiziert – der kann ganz sicher auch noch mit 33 Jahren den Unterschied im Offensivspiel ausmachen. Selbst, wenn er dafür Gehaltsansprüche (einst mit circa 23,3 Millionen Euro einer der Topverdiener des Weltfußballs) und Ego zurückschrauben muss. Und sich damit fußballerisch anständig aus dem Profigeschäft verabschieden könnte.