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Giorgio Chiellinis „ungewöhnlicher“ Hattrick gegen Aserbaidschan / Deutschland zu Gast in Warschau

Alle Bundesliga-Fans werden es schon mitbekommen haben: Es herrscht mal wieder Länderspielpause. Für die einen ärgerlich, da die höchste deutsche Fußballiga gerade wieder so viel Spaß macht, für die anderen eine gelungene Abwechslung, um mit die besten Kicker verschiedener Länder im direkten Duell zu sehen.

Am gestrigen Abend (10. Oktober 2014) traf Italien Zuhause in Palermo schon einmal auf die von Berti Vogts bereits seit April 2008 trainierten Aserbaidschaner. Eigentlich eine fußballerisch klare Angelegenheit, da Aserbaidschan sich (wahrscheinlich) zusammen mit Malta um die rote Laterne und Italien sich mit Kroatien um den ersten Tabellenplatz balgt. Doch trotzdem die Italiener mit Torwartlegende Buffon, Mittelfelddirigent Andrea „No Pirlo no party“ Pirlo und BVB-Neuzugang Ciro Immobile aufliefen, hielten die blendend verteidigenden Aserbaidschaner lange beachtlich gut dagegen. Dabei konnten sie sich bei einem Mann bedanken, der erst gegen sie (44. Minute, Kopfball), dann für sie (76. Minute, Eigentor) und am Ende noch einmal (82. Minute, Kopfball) gegen sie einnetzte: Innenverteidiger Giorgio Chiellini. Er war der Matchwinner in einer von Italien eher angriffsschwachen Begegnung, die sie durch seinen „Hattrick“ (noch) mit 2:1 gewannen.

Und die Weltmeister aus Deutschland? Die spielen heute in Warschau gegen Polen, die wohl stärksten Konkurrenten um den Gruppensieg in ihrer Gruppe. Nicht unwahrscheinlich, dass Lewandowski, Piszczek und Co. gegen die Deutschen (mindestens) ein Tor gelingt. Denn sollte die deutsche Abwehrformation tatsächlich aus den zuletzt unterdurchschnittlichen Hummels, Durm und Rüdiger (ich würde Rudy als RV beginnen lassen) bestehen, würde es mich doch wundern, wenn das 90 Minuten ohne Querschläger, Ballkerzen oder Notbremsen über die Bühne geht. Wobei Durm und Hummels im Nationaltrikot ja schon ihre Fähigkeiten gezeigt haben und sich mit einer guten Leistung gegen Polen (natürlich ebenso wie Antonio Rüdiger) formtechnisch ein wenig stablisieren könnten, was ihnen nachhaltig genauso auf Vereinsebene helfen dürfte.

Offensiv debütiert bei den Deutschen Karim Bellarabi, der erstmals auf der schwarz-rot-goldenen Ersatzbank Platz nimmt. Eine vertretbare Nominierung, die allerdings André Hahn, Lars Bender, Gonzalo Castro (warum er nach wie vor nie nominiert wird, bleibt ein Rätsel) oder Niklas Süle verdient gehabt hätten.
Ein Glück: Max Kruse ist wieder mit an Bord. Worauf Jogi Löw mit der Beförderung von Kevin Volland wartet, bleibt mir ebenso unklar. Früher oder später wird er an ihm und seinen Angriffsqualitäten nicht vorbeikommen. Vielleicht hat er sich diesen Schritt aktuell noch erspart, da Mario Götze derzeit ganz gut trifft und gegen Polen wahrscheinlich in vorderster Spitze beginnt. Ob sich das als sinnvoll erweist, muss man dann sehen. Tendenziell kann das aber nicht die Lösung der Sturmprobleme darstellen, denn Götze gehört ins Mittelfeld und bewirkt dort wesentlich mehr als auf der Stürmerposition.

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Deutschlands Offensivhoffnungen für das EM-Qualifikationsspiel in Warschau. Wer wird ihnen gerecht werden? Wirbelwind André Schürrle? WM-Final-Held Mario Götze? Real Madrids neuer Star Toni Kroos? Debütant Karim Bellarabi? Auch „Edelreservist“ und aktuell erfahrenster DFB-Profi Lukas Podolski scheint für das Duell gegen sein Geburtsland bestens motiviert. Foto: © Facebook

Heute ab 20:45 Uhr wissen wir dann mehr. Ich bin gespannt, mit wie viel direkter/indirekter Werbung „RTL“ seine Zuschauer zuballert und wie sich die deutsche Mannschaft in Warschau präsentiert. Ich rechne mit einer umkämpften Begegnung, die am Ende in einem 2:2-Unentschieden endet. Nicht, weil ich aus deutscher Sicht Ultrapessimist bin, sondern weil ich glaube, dass die Startformation vom heutigen Abend sich noch finden/einspielen muss und zwangsläufig noch Fehler gegen fußballerisch gut aufgestellte Polen machen wird. Gerne lasse ich mich (wie immer) eines Besseren belehren und hoffe auf ein abwechslungsreiches wie spannendes Spiel (gerne auch von aufstrebenden DFB-Profis wie Kruse, Durm und Co.).

Ein WM-Maskottchen, das sich sehen lassen kann.

Heute in exakt 81 Tagen (am 12. Juni 2014) beginnt um 22 Uhr deutscher Zeit die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 mit dem Eröffnungsspiel Brasilien gegen Kroatien. Das weltweit größte Fußballturnier, das für einige Wochen sämtliche anderen Haupt- und Sportthemen aus den Newsblöcken verdrängen sowie (je nach fußballerischer Entwicklung) die Bundesrepublik Deutschland ein weiteres Sommermärchen bescheren dürfte.

Ebenfalls mit dabei sind die Japaner, die drei Tage später (15. Juni 2014) gegen die Elfenbeinküste ihren Weltmeisterschaftsauftakt feiern. Damit bei den „Samurai Blue“ auf dem Weg zum allerersten WM-Titel definitiv nichts schiefgeht, präsentierten sie vor einigen Tagen ihr hauseigenes WM-Maskottchen, das vielen bereits ein Name (oder zumindest vom Aussehen her) bekannt ist.

Es leitet sich aus den japanischen Onomatopoesien „Pikapika“ für „elektrischer Funke“ sowie „chuchu“ für das „Piepsen einer Maus“ ab. Die Kombination beider ergibt dann… na? Korrekt. Pikachu!
Jedem, der vor einigen Jahren noch die Anime-Serie „Pokemon“ oder an die zahlreichen Game Boy- und Konsolenumsetzungen seine kostbare Zeit investierte, dürfte sich an den gelben, nahezu immer unfassbar gut gelaunten Wegbegleiter von Ash Ketchum aus Alabastia erinnern.

Der neue Star am Maskottchen-Himmel: Pikachu. Foto: © Facebook

Der neue Star am Maskottchen-Himmel: Pikachu. Foto: © Facebook

Zwar steht das offizielle WM-Maskottchen (Name: Fuleco, eine Hommage an das vom Aussterben bedrohte brasilianische Dreibindengürteltier) fest, allerdings können sich die 32 Teilnehmer selbst scheinbar noch ganz individuelle Talismane und Glücksbringer „anheuern“.
Ob die deutsche Nationalelf dahingehend noch etwas in Bewegung setzt und zum Beispiel den Unten-ohne-Löwe „Goleo“ aus dem Ruhestand holt, ist bisher unklar.

Dafür umso klarer: Ihr habt noch ein altes Pikachu-Kostüm im Schrank und wartet schon Jahre sehnsüchtigst auf den Moment, es mal wieder zu einem „passenden Anlass“ herauszuholen? Dann ist wohl spätestens zur WM 2014 der Zeitpunkt gekommen.

So dürfte es witzig anzusehen sein, wenn sich Pikachus unter die Zuschauer im Stadion tummeln. Zumal die Aktion aufgrund des hohen Bekanntheitsgrads von Pikachu besonders junge (und vielleicht fußballfremde) Menschen dazu bewegen dürfte, sich dem Fußballsport in Zeiten einer Fußball-Weltmeisterschaft zu widmen und möglicherweise eine Begeisterung für den Sport zu entwickeln.

Letztlich eine für alle Beteiligten rundum gute Sache! Wobei es sich dabei ebenso bereits um eine gezielte Marketing-Aktion für ein kommendes Pokemon-Spiel handeln könnte. Wer weiß! Zumindest mich würde das überhaupt nicht stören. Und inwieweit Pikachu die japanischen Kicker um Honda, Kagawa und Co. zu fußballerischen Högschdleischdungen (wie es Jogi Löw betonen würde) verleitet, werden wir dann in wenigen Monaten beurteilen können.

Deutschland ballert Chile mit 8:0 vom Feld!

Zum heutigen Länderspielauftakt (5. März) in 2014 empfängt die deutsche Nationalmannschaft in Stuttgart die südamerikanischen WM-Teilnehmer aus Chile. Eine schwierige Aufgabe, bei der man vor allem dahingehend gespannt sein darf, wie sich a) der deutsche Abwehrverbund schlägt, b) die Startelf im Allgemeinen ausschaut, sich c) die Neulinge (Mustafi, Hahn, Ginter) beweisen können und d) Deutschland insgesamt überzeugen kann.

Die Kollegen von „1LIVE“ konnten es scheinbar einfach nicht mehr bis zum Anstoß um 20:45 Uhr abwarten, sodass sie die Begegnung einer Robotersimulation überließen, die realistischer kaum sein könnte. Schließlich gingen die „Deutschen“ dabei mit sage und schreibe 8:0 als Sieger vom Feld.

Ein Resultat, das sich wohl kaum heute Abend in Stuttgart bewahrheiten dürfte. Und für alle, die dem „1LIVE“-Orakel vertrauen und ihr gesamtes Erspartes darauf verwetten möchten, können das bei ihrem Wettanbieter des Vertrauens wagen.
Bei „Bwin.de“ steht ein 8:0 als direkter Ergebnistipp nicht einmal zur Option, womit der Wettanbieter alle Wettwütigen am heutigen Usher-Mittwoch möglicherweise um die Versechsundszwanzigung des eigenen Geldes bringt.

Ob dem wirklich so ist, erfahren wir ab 20:45 Uhr. Die „ARD“ überträgt das Spiel live ab 20:15 Uhr und schickt Reinhold Beckmann und Mehmet Scholl als Moderatorenduo ins Rennen.

Darf ich vorstellen: Lasogga, Ginter, Hahn… und Mustafi.

Am kommenden Mittwoch (5. März 2014) empfängt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in der Mercedes-Benz-Arena zu Stuttgart die südamerikanischen WM-Teilnehmer aus Chile. Ein überaus ernst zu nehmender Gegner, der immerhin über europäische Topstars wie den Ex-Leverkusener Arturo Vidal und Barcas Flügelflitzer Alexis Sánchez verfügen, die sich in bestechender Form befinden und definitiv Spiele entscheiden können.
Auf deutscher Seite nominierte Bundestrainer Joachim Löw vier neue Gesichter in die A-Mannschaft, mit denen man so teilweise nicht rechnete. So ist Sturmtank Pierre-Michel Lasogga ebenfalls dabei wie Freiburgs Defensivtalent Matthias Ginter, Augsburgs Erfolgsgarant André Hahn und… Shkodran Mustafi. Skhodran… Wer? Der 21-jährige Mustafi verdient aktuell in Italien bei Sampdoria Genua seine Brötchen (Ex-HSV Jugend) und erarbeitete sich dort einen Stammplatz in der Innenverteidigung.

Ein Grund, warum Augsburg in der Bundesliga gerade auf der Erfolgswelle schwimmt und nun auch für Deutschland auflaufen darf: André Hahn. Foto: © Facebook

Ein Grund, warum Augsburg in der Bundesliga gerade auf der Erfolgswelle schwimmt. Nun darf André Hahn am Mittwoch möglicherweise zum ersten Mal für sein Heimatland auflaufen. Foto: © Facebook

Vier Personalien, für die man den Teamchef loben kann und den so schon fußballerisch hochwertig bestückten Kader in der Breite weiter aufwerten. In den kommenden Länderspielen (13. Mai gegen Polen, 1. Juni gegen Kamerun, 6. Juni gegen Armenien) sollten und könnten allerdings auch meiner Meinung nach Spieler wie Max Meyer, Serge Gnabry oder Kevin Volland ohne Weiteres eine Nominierung erhalten, selbst wenn die Offensivpositionen (wie so oft zuletzt) teilweise schon (Luxusproblem!) drei- und vierfach besetzt sind.

Leistungsträger bei Hoffenheim und eines der aktuell größten Offensivjuwele Deutschlands: Kevin Volland. Ob er am 13. Mai zum Testspiel gegen Polen einen Anruf vom Bundestrainer erhält? Foto: © Facebook.

Leistungsträger bei Hoffenheim und eines der aktuell größten Offensivjuwele Deutschlands: Kevin Volland. Ob er am 13. Mai zum Testspiel gegen Polen einen Anruf vom Bundestrainer erhält? Foto: © Facebook.

Sollte Philipp Lahm im DFB-Dress ebenfalls in das zentrale Mittelfeld rücken und die Rechtsverteidigerposition „abgeben“, erscheinen Aushilfsrechtsverteidiger Kevin Großkreutz oder Frankfurts Sebastian Jung für mich die naheliegendsten Optionen, um diese Position halbwegs adäquat zu besetzen. Im Fall aller Fälle könnte mit Sicherheit ein Anruf bei Sascha Riether das Problem aus der Welt schaffen, der seit Sommer 2012 beim FC Fulham Stammrechtsverteidiger und auch unter Quälix Magath gesetzt ist.

Weitere Kandidaten, die ich mir in naher/ferne Zukunft im deutschen Trikot vorstellen kann: Emre Can, Robin Knoche, Jonathan Tah, Christoph Kramer, Timo Werner, Johannes Geis, Erik Durm.
Allesamt deuten an, dass in Deutschland die Fußballjugendarbeit phänomenal läuft und eine Vielzahl hochveranlagter Spieler hervorbringt, die uns zumindest in den nächsten zehn Jahren auf dem Rasen begeistern können.

Ob (eigentlich eingestandene) Profis wie Kevin Kuranyi, Robert Huth, Gonzalo Castro oder Kefan Stießling (mit den Namen mogelt er sich vielleicht in den Kader) jemals nochmal eine Nominierung erhalten?
Zumindest einen erfahrenen wie flexibel einsetzbaren Spieler wie Castro sollte Joachim Löw – wenn nötig – ebenso eine Chance, wenn selbst ein Heiko Westermann ab und an dabei sein darf, der sich in den letzten Jahren sportlich alles andere als mit Ru(h)m bekleckert.

In diesem Sinne darf man gespannt sein, wer von den Debütanten am Mittwoch gegen Chile aufläuft – und sich möglicherweise für weitere Einsätze empfiehlt. Eine eventuell einmalige Gelegenheit, die Lasogga, Ginter, Hahn sowie Mustafi unbedingt nutzen sollten, da der Konkurrenzkampf im Nationalteam größer nicht sein könnte – und etliche weitere ambitionierte Fußballer ihnen im Nacken sitzen, quasi nur auf ihre Nominierung warten.

Geld regiert die (Fußball-)Welt – „Pep“ Guardiola ist Bestverdiener unter den Fußballtrainern

Schon Aljoscha Pause illustrierte in seiner Dokumentation „Trainer!“ (2013), dass der Beruf des Profifußballtrainers alles andere als der vielzitierte „Traumberuf“ sein kann. Man steht beispielsweise unter ständiger medialer Beobachtung und muss meist schon nach 2 oder 3 Niederlagen in Folge um seinen Job bangen. Dass die „Creme de la Creme“ des europäischen Vereinsfußballs ihren Trainern allerdings auch ein zur Stresskompensation nützlich erscheinendes Gehalt zahlt, präsentiert nun eine Übersicht, die am 20. Dezember sich ins Internet verirrte.

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Welcher Fußballtrainer verdient derzeit (Stand: Dezember 2013) am meisten? Foto: © http://bit.ly/1fxraoo

Aus deutscher Sicht besonders interessant: Joachim Löw (Rang 26) bekommt für seinen Bundestrainerjob allen Anschein nach 2,5 Mio. Euro pro Jahr.

Auch der in Deutschland (Ex-Coach vom FC Bayern) sehr geachtete Ottmar Hitzfeld (Rang 24) erhält in diesem Jahr vom schweizerischen Verband eine Überweisung von 2,6 Mio. Euro eine durchaus stadtliche Summe auf sein Konto.

In Jürgen Klopps Portemonnaie, der in diesem Jahr Borussia Dortmund zur Vizemeisterschaft sowie ins Champions-League-Finale nach Wembley lotste, gehen in 2013 etwa 4,3 Mio. Euro und machen ihn damit zu einem der bestbezahltesten Trainer der Welt (Rang 9).

Nahezu doppelt so viel wie Löw, Hitzfeld und Klopp zusammen verdient allerdings scheinbar „Pep“ Guardiola, der seit Sommer 2013 beim FC Bayern München an der Seitenlinie steht und laut der bayrischen Führungsetage am besten alle nur möglichen Titel in den nächsten Jahren einstreichen soll.

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Derzeitiger Bestverdiener unter den Fußballtrainern dieser Welt: Josep „Pep“ Guardiola. Foto: © http://bit.ly/1cnzGs3

17 Mio. Euro (brutto) pro Jahr erscheinen allerdings für Außenstehende als mindestens 17 Mio. Euro zu viel, zumal die Gelder in der Fußballbranche immer neuere Dimensionen erreichen.

Das bewies im September 2013 erst wieder der Wechsel von Gareth Bale, der für über 91 Mio. Euro zu Real Madrid wechselte. Das entspricht zum Beispiel fast dem Bruttoinlandsprodukt von Ungarn oder einer Boeing 737 MAX 8, wie ZEIT.de präsentierte.

Die Frage, die hier wohl vielen durch den Kopf geistert: Lassen sich die Gehalts- und Transfersummen wirklich mit Fußballarbeit auf dem Platz rechtfertigen? Und wo soll das überhaupt enden?