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Olympiastadion, an der Ostsee und in Babelsberg: Der Saisonstart des Fernschussbloggers

Mehr als 75.000 Zuschauer, acht Tore und zu Gast in drei verschiedenen Stadien: So lautet mein ganz persönlicher Auftakt in die Spielzeit 2015/2016. So verschlug es mich am 21. August zum ersten Heimspiel (und persönlichen Klassiker) von Hertha BSC gegen Werder Bremen, wenige Tage später (26. August) zum Drittliga-Spiel von Hansa Rostock gegen die Stuttgarter Kickers und am 18. September zum Flutlichtkracher zwischen Babelsberg 03 und Hertha BSC II. Drei nicht nur von den lokalen und sportlichen Gegebenheiten komplett unterschiedliche Partien, die phasenweise durch überschaubar spannendes Gebolze glänzten und mich dennoch atmosphärisch (Ostseestadion!) überzeugten, was hoffentlich auch meine Schnappschüsse (die Kamera steht leider weiterhin auf Kriegsfuß mit Flutlichtern) ein wenig andeuten. Viel Spaß!

21. August, Hertha BSC vs. Werder Bremen, Endstand 1:1

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Immer wieder schön anzusehen: Das Rund des Berliner Olympiastadions.

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Das sahen mehr als 56.000 Fußballfans ähnlich, die sich die Heimspielpremiere zwischen Hertha BSC und Werder Bremen gönnten.

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Trotz der munteren Anfangsphase und frühen Toren konnte die Begegnung den aus vorherigen Duellen beider Teams bekannten offenen Schlagabtausch nicht bieten. Es wurde eine umkämpfte und insgesamt torschussarme Partie, die leistungsgerecht mit 1:1 zu Ende ging.

26. August, Hansa Rostock vs. Stuttgarter Kickers, Endstand 0:1

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Der Slogan lässt keine Spielräume offen: Uneigennützig wie sie sind, geben viele Hansa-Anhänger in jeder Begegnung ihres Herzensteams alles. So auch an diesem spätsommerlich milden Mittwochabend, an dem sich rund 17.000 Zuschauer im Ostseestadion zum Heimspiel von Hansa gegen die Stuttgarter Kickers trafen.

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Umso unglücklicher, wenn die Mannschaft auf dem Platz mit der Unterstützung (als Bonus) wenig anfangen kann und sich oft nur uninspiriert mit (letztlich wirkungslosen) Distanzschüssen wie in der ersten Halbzeit zu helfen weiß. Nach einem sauber vollendeten Konter gingen die Kickers nach 90 Minuten verdient (wenn auch nur zu neunt) vom Feld.

18. September, SV Babelsberg 03 vs. Hertha BSC II, Endstand 3:2

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Die Nulldreier beim Aufwärmen: In den vergangenen drei Spielen hatten sie nur einmal ins Schwarze getroffen. Das sollte sich im Heimspiel gegen Herthas U23 ändern.

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Der eigentliche Star des Abends war schon vor Anpfiff im Karl-Liebknecht-Stadion omnipräsent: der fantastische Vorabendhimmel über Potsdam.

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Trotz Anfangsskepsis (Babelsberg spielt zu Hause gefühlt zu gerne 0:0) wurde es eine abwechslungs- und torreiche Begegnung. In Halbzeit eins eigentlich sicher auftretene Babelsberger verschliefen den Beginn der zweiten Halbzeit (kassierten den Ausgleich). Anschließend entwickelte sich ein munteres Hin und Her mit dezenten Vorteilen für die Herthaner, ehe Schiedsrichter Jens Klemm kurz vor Spielende nach minutenlangen Diskussionen den Nulldreiern einen Strafstoß anerkannte. Andis Shala (wer?) verwandelte sicher ins linke Eck und bescherte seinem Team den 3:2-Heimerfolg: Es war die letzte Szene des Spiels, das 2.260 Zuschauer in den Freitagabend verabschiedete.

Back in Babelsberg: Der Fernschussblog mal wieder zu Gast beim Regionalliga-Nordost-Duell zwischen Babelsberg 03 und Union Berlin II

So schnell, wie die Länderspielpause vor rund zwei Woche da war, so schnell hat sie sich auch (zum Glück) wieder verflüchtigt. Und während sich nun wohl mindestens die halbe Welt (und sowieso ganz Deutschland) unberechtigterweise fragt, wie die deutsche Fußball-Nationalmannschaft aus der „handfesten Krise“ kommt, habe ich durch etwas Glück eine Freikarte für das inoffizielle Spitzenspiel am 10. Spieltag der Regionalliga-Nordost geschenkt bekommen.
Gewissermaßen ein Déjà-vu, da mich bei meinem zweiten Besuch im Karl-Liebknecht-Stadion zu Babelsberg dieselbe Partie erwartete wie beim ersten Mal am 21. März 2014: Das Nachbarschafts-Derby zwischen Babelsberg 03 und der zweiten Mannschaft von Union Berlin. Trotz des Lokführerstreiks erreichte ich pünktlich gegen 13:15 Uhr das Stadion und machte mich auf den Weg zu meinem Block, in dem ich eine durchaus unterhaltsame Partie begleiten durfte.

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Willkommen zurück: Eine Viertelstunde vor dem Anstoß intensivierte sich das Gedränge an den Eingängen des „Karlis“. Kein Grund für den Fernschussblogger, um nicht noch einige spontane Schnappschüsse zu wagen.

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An diesem spätsommerlich warmen (16°C, mäßiger Wind) Nachmittag sollte für etwas mehr als 90 Minuten der Block N mein temporäres Zuhause sein. Eine spannende Sache, da ich so das Spiel im Vergleich zu meinem ersten Besuch im Stadion aus nahezu entgegengesetzter Perspektive (letztes Mal: Presseblock, gelb markiert) verfolgen konnte.

So so. Here we are: Block N, dessen Pflastersteine sich mit einigen Herbstblättern geschmückt haben.

So so. Here we are: Block N, dessen Pflastersteine sich dezent mit einigen Herbstblättern geschmückt hatten.

Der beste Job der Welt? Während in den modernsten Fußballtempeln Europas multimediale XXL-Leinwände die Zuschauer in Sachen Spielstände auf dem Laufenden halten, vertraut man in Babelsberg noch auf eine "manuelle" Spielstandanzeige.

Der beste Job der Welt? Während in den modernsten Fußballarenen Europas multimediale Leinwände im Wert von mehreren Millionen Euro die Zuschauer in Sachen Spielstände auf dem Laufenden halten, vertraut man in Babelsberg noch auf eine „manuelle“ Spielstandanzeige.

Vor dem Anpfiff bleibt noch ein wenig Zeit, um das Stadiongelände ein wenig näher zu betrachten. Dieser "Slogan" ziert die Treppenwand zwischen Block N und M und beweist: die Babelsberger sparen an vielen Stellen, auf keinen Fall aber an einprägsamen Paarreimen.

Vor dem Anpfiff bleibt noch ein Zeit, um das Stadiongelände ein wenig zu betrachten. Dieser „Slogan“ ziert die Treppenwand zwischen Block N und M und beweist: Die Babelsberger müssen teilweise zwar an vielen Stellen sparen, auf keinen Fall aber an einprägsamen Paarreimen.

Zurück aufs Feld: Wenige Minuten später standen dann die 25 Akteure auf dem Feld, für die an diesem Tag 2.342 Zuschauer ins Stadion kamen.

Zurück aufs Spielfeld: Wenige Minuten später standen dann die 25 Akteure auf dem Feld, für die an diesem Tag 2.342 Zuschauer ins Stadion kamen.

Frühe Führung: Mehrere Unkonzentriertheiten bei den Köpenikern verwerteten die 03er in der 14. Spielminute zum 1:0-Führungstreffer durch Mittelfeldspieler Julian Prochnow.

Frühe Führung: Mehrere Unkonzentriertheiten bei den Köpenikern verwerteten die 03er in der 14. Spielminute zum 1:0-Führungstreffer durch Mittelfeldspieler Julian Prochnow.

In der 30. Spielminute erhöhte Außenverteidiger Severin Mihm sogar auf 2:0. Anschließend hatten die Unioner zwei Mal Pech im Abschluss (Lattenkracher und Torwartpatzer nicht genutzt), gingen so mit einem 2:0-Rückstand in die Halbzeitpause.

In der 30. Spielminute erhöhte Außenverteidiger Severin Mihm sogar auf 2:0. Anschließend hatten die Unioner zwei Mal Pech im Abschluss (Lattenkracher und Torwartpatzer nicht genutzt), gingen so mit einem 2:0-Rückstand in die Halbzeitpause.

Während sich die Zuschauer für hauseigene Lauchcremesuppe, Stadionwurst und Halbzeitbier in Bewegung setzten, beobachtete der Fernschussblogger das fußballerische Treiben der Potsdamer Jugend auf dem direkt neben dem Stadion angelegten Kunstrasenplatz. Fazit: Manche Spielzüge konnten es hier durchaus mit den Aktionen der Viertliga-Profis aufnehmen.

Während sich die Zuschauer für hauseigene Lauchcremesuppe, Stadionwurst und Halbzeitbier in Bewegung setzten, beobachtete der Fernschussblogger das fußballerische Treiben der Potsdamer Jugend auf dem direkt neben dem Stadion angelegten Kunstrasenplatz. Kurzfazit: Manche Spielzüge konnten es hier durchaus mit den Aktionen der Viertliga-Profis aufnehmen.

Zur zweiten Halbzeit lockerte die Wolkendecke spürbar auf, sodass die Sonnenstrahlen den Serotoninhaushalt der Zuschauer in den Blöcken N und M ankurbelte. Und trotzdem die Babelsberger in der 63. Minute nach einem Patzer vom Union-Keeper Patzler ihre Führung durch Tobias Grundler auf 3:0 ausbauten, sollte es der Schlussviertelstunde noch einmal richtig spannend werden.

Zur zweiten Halbzeit lockerte die Wolkendecke spürbar auf, sodass die Sonnenstrahlen den Serotoninhaushalt der Zuschauer in den Blöcken N und M ankurbelte. Und trotzdem die Babelsberger in der 63. Minute nach einem Patzer vom Union-Keeper Patzler ihre Führung durch Tobias Grundler auf 3:0 ausbauten, sollte es in der Schlussviertelstunde noch einmal spannend werden.

Was ist denn hier los? Nach einer Kurzpass-Stafette netzt Unions Tino Istvanic (75.) zum 1:3 ein, bevor es drei Minuten später einen Elfmeter für die Köpeniker gibt. Unions Linksverteidiger (und Ex-Babelsberger) David Hollwitz beweist Nervenstärke und verwandelt in der 78. Spielminute sicher zum 2:3. Sollten die Babelsberger ihre 3:0-Führung tatsächlich noch aus der Hand geben?

Was ist denn hier los? Nach einer Kurzpass-Stafette netzt Unions Tino Istvanic (75.) zum 1:3 ein, bevor es drei Minuten später gleich noch einen Elfmeter für die Köpeniker gibt. Unions Linksverteidiger (und Ex-Babelsberger) David Hollwitz beweist Nervenstärke und verwandelt in der 78. Spielminute sicher zum 2:3. Sollten die Babelsberger ihre 3:0-Führung tatsächlich noch aus der Hand geben?

Nö, sollten sie nicht. Trotz der Angriffsoffensive und dank mehrerer knapper Torverfehlungen von Union Berlin II fuhr Babelsberg 03 den vierten Heimsieg in der fünften Begegnung ein, bleibt vor heimischer Kulisse weiterhin ungeschlagen. Union II kassiert die zweite Pleite in Serie und verliert die Spitzenposition der Tabelle aus dem Auge. Babelsberg macht es sich (Stand: 19.10.2014, 10 Uhr) im Tabellenmittelfeld auf dem achten Tabellenplatz bequem.

Nö, sollten sie nicht. Dank mehrerer knapper Torverfehlungen von Union Berlin II fuhr Babelsberg 03 den vierten Heimsieg im fünften Ligaspiel ein, bleibt vor heimischer Kulisse weiterhin ungeschlagen. Union II kassiert die zweite Pleite in Serie und verliert die Spitzenposition der Tabelle immer mehr aus den Augen. Babelsberg macht es sich (Stand: 19.10.2014, 10 Uhr) hingegen im Tabellenmittelfeld auf dem achten Tabellenplatz bequem. Beachtliche Randnotiz: Nach insgesamt drei „Glückspilsen“ und zwei „Trauermollen“ innerhalb von 90 Minuten hat sich die „manuelle Stadionanzeige“ beachtlich auf den Beinen gehalten. Ob der Kollege seinen Arbeitsplatz allerdings unbeschadet verlassen konnte, ist nicht bekannt.

Dritte und vierte Halbzeit nach dem Abpfiff: Nur ein paar hundert Meter vom Stadion entfernt genießt der Fernschussblogger bei einem kühlen Blonden in geselliger Runde anschließend noch den Bundesliga-Nachmittag, bevor es bei einem prächtig pinken Sonnenuntergang zurück Richtung Heimat ging.

Dritte und vierte Halbzeit nach dem Abpfiff: Nur ein paar hundert Meter südlich vom Stadion entfernt genießt der Fernschussblogger bei einem kühlen Blonden in geselliger Runde noch den Bundesliga-Nachmittag, bevor es bei einem prächtig pinken Sonnenuntergang zurück Richtung Heimat geht.

Ein Freitagabend im Karli: SV Babelsberg 03 vs. 1. FC Union Berlin II.

Es gibt Old Trafford, die Anfield Road, das Camp Nou, die Amsterdam-Arena… und wohl noch viel viel viel mehr Fußballarenen, denen der Fernschussblog-Autor noch keinen Besuch abstattete. Seit gestern (21. März 2014) kann er allerdings ein Häkchen am Karl-Liebknecht-Stadion („Karli“) in Potsdam machen, in dem der SV Babelsberg 03 seine Heimspiele austrägt.

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Vor 2.323 Zuschauern (es wären wohl deutlich mehr Fans gewesen, wenn nicht zur gleichen Zeit in Köpenick der 1. FC Union Berlin gegen den FC Paderborn gespielt hätte) empfingen die blau-weißen Gastgeber den Tabellenvierten aus Köpenick zur fußballerischen Abendveranstaltung, in welche die Babelsberger mit einer Zwei-Sieg-Serie und die Unioner mit einer 1:4-Klatsche gingen.

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Noch keine 14 Sekunden gespielt, fiel auch schon das erste Tor des Tages. Stürmer Lucas Albrecht fand sich frei vor Keeper Basti‘ Patzler wieder und netzte aus kurzer Distanz eiskalt ein. Ein Auftakt nach Maß für die Babelsberger!
Doch Union II zeigte sich keineswegs beeindruckt und kombinierte sich mit jeder Spielminute immer besser nach vorne. Ein Angriff in der 15. Minute endete dann im Strafraum mit einem Pfiff. Elfmeter!
Eine fragwürdige Entscheidung. Doch David Hollwitz, Ex-Babelsberger und nun Kapitän von Union II, war es egal. Er verwandelte sicher und erzielte den Ausgleich.

In der Folge kamen beide Mannschaften zu diversen Chancen. Doch während die Blau-Weißen ihre Angriffe nicht konsequent zu Ende spielten, ging Union durch Tim Oschmann in der 31. Minute mit 2:1 in Führung. Eine Tatsache, an der sich bis zum Halbzeitpfiff gegen 19:45 Uhr nichts veränderte.

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Nach intensivem Stadionwursttest (Preis 2,50 Euro; geschmacklich erstligareif) und einem Astra (0,5er für 3 Euro) zum Abgewöhnen stand bei entspanntem Sprühregen die zweite Halbzeit bevor. Würde es ähnlich angriffsfreudig wie spannend weitergehen?

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Es entwickelte sich eher zu einem etwas zerfahreneren Spiel, bei der Union überwiegend verwaltete, Babelsberg rackerte und (gefühlt) jeder zweite Angriff durch eine (mal offensichtliche, mal schwer nachvollziehbare) Abseitsstellung sein jähes Ende fand.

Allerdings konnten sich die Köpenicker letztlich bei ihrem Torwart Patzler bedanken, dass sie in Führung blieben. So parierte er mehrfach herausragend und lenkte mehrere gefährliche Kopfbälle (nach Ecken) sowie einen starken Freistoß über das Gehäuse.

Und bei all den Offensivbemühungen der Babelsberger häuften sich gegen Ende natürlich die Kontermöglichkeiten für die Berliner. Eine davon verwertete der eingewechselte Jack Krumnow zum 3:1-Endstand, was Schiedsrichter Andreas Becker zum Abpfiff nutzte.

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Durch den Sieg ist Union Berlin II für den Moment Tabellendritter (zwei Punkte vor Carl Zeiss Jena, die heute um 13:30 Uhr gegen Hertha BSC II nachlegen können), wohingegen der SV Babelsberg 03 auf dem neunten Tabellenplatz im soliden Tabellenmittelfeld verweilt.

Mein Fazit: Unterhaltsame Begegnung in einem beschaulichen, angenehmen Stadion, in dem man zu humanen Preisen Viertliga-/Regionalligafußball auskosten kann. Darum gehe ich bestimmt in naher Zukunft (mindestens) ein weiteres Mal dorthin, auch um mal einen Sieg vor heimischer Kulisse mitzuerleben.
Das gelang in der gesamten Spielzeit 2013/2014 bisher lediglich drei Mal, ist also auf jeden Fall noch ausbaufähig. Ob dahingehend ein Schritt Richtung positivere Bilanz gelingt, sieht man dann in 16 Tagen am 6. April, wenn Ligaschlusslicht (Stand 22.03.2014, 10 Uhr) Optik Rathenow für ein Gastspiel vorbeikommt.