Schlagwort-Archive: Länderspiel

Skandal bei Testspiel des Jahres: Maltas Nationalhymne für eine Sekunde durch Klassiker von Linkin Park ersetzt

Nationalhymnen sind hierzulande ein hochsensibles Thema, was sich beispielsweise in der Vergangenheit bei Länderspielen der Fußball-Nationalmannschaft deutlich zeigt. Nicht nur, als Sängerin Sarah Connor von ihrer künstlerischen Freiheit Gebrauch macht, den Hymnentext verändert und damit in den Medien für große Empörung sorgt. Auch die ewige (sinnfreie) Diskussion, ob DFB-Kicker nun die Nationalhymne mitsingen sollen oder nicht, spaltet vor der WM 2014 in Brasilien die Bundesrepublik.

Beim Testspiel-Kracherduell am Mittwoch (3. September 2014) zwischen der Slowakei und Malta kam es nun ebenfalls zu einem kurzen, aber auffälligen Nationalhymnen-Patzer. Als Maltas Kicker (und die sieben mitgereisten Fans) insgeheim schon auf den Einsatz ihrer Landeshymne warteten, startete stattdessen „Numb“ der US-amerikanischen Rockformation Linkin Park. Das sorgt bei den Spielern von Malta teilweise für ein Schmunzeln im Gesicht, bis einige Sekunden später allerdings dann doch die erwartete Nationalhymne ertönt.

Kaum vorstellbar, was in der deutschen Medienlandschaft los gewesen wäre, wenn das bei einem Spiel der DFB-Profis passiert wäre. So blieb die Aktion (soweit bekannt) ohne schlimmere Folgen, sodass letztlich doch der Fußball im Mittelpunkt des Testspiel stand, das Malta übrigens mit 1:0 verlor. Ob der Hymnenverwechsler vor dem Anpfiff die Spieler möglicherweise mental doch mehr belastete, als ihnen bewusst war, lässt sich nur vermuten.

Deutschland ballert Chile mit 8:0 vom Feld!

Zum heutigen Länderspielauftakt (5. März) in 2014 empfängt die deutsche Nationalmannschaft in Stuttgart die südamerikanischen WM-Teilnehmer aus Chile. Eine schwierige Aufgabe, bei der man vor allem dahingehend gespannt sein darf, wie sich a) der deutsche Abwehrverbund schlägt, b) die Startelf im Allgemeinen ausschaut, sich c) die Neulinge (Mustafi, Hahn, Ginter) beweisen können und d) Deutschland insgesamt überzeugen kann.

Die Kollegen von „1LIVE“ konnten es scheinbar einfach nicht mehr bis zum Anstoß um 20:45 Uhr abwarten, sodass sie die Begegnung einer Robotersimulation überließen, die realistischer kaum sein könnte. Schließlich gingen die „Deutschen“ dabei mit sage und schreibe 8:0 als Sieger vom Feld.

Ein Resultat, das sich wohl kaum heute Abend in Stuttgart bewahrheiten dürfte. Und für alle, die dem „1LIVE“-Orakel vertrauen und ihr gesamtes Erspartes darauf verwetten möchten, können das bei ihrem Wettanbieter des Vertrauens wagen.
Bei „Bwin.de“ steht ein 8:0 als direkter Ergebnistipp nicht einmal zur Option, womit der Wettanbieter alle Wettwütigen am heutigen Usher-Mittwoch möglicherweise um die Versechsundszwanzigung des eigenen Geldes bringt.

Ob dem wirklich so ist, erfahren wir ab 20:45 Uhr. Die „ARD“ überträgt das Spiel live ab 20:15 Uhr und schickt Reinhold Beckmann und Mehmet Scholl als Moderatorenduo ins Rennen.

Ter Stegens Déjà-vu. Oder: Der verunglückte Rückpass, Teil 2.

Das magere 1:1 war für die Fohlen aus Gladbach der nächste kleinere Rückschlag in einer bis jetzt enttäuschenden Rückserie, in der die Elf von Lucien Favre irgendwie immer mehr aus dem Tritt kommt und einfach nicht an die Leistungen aus den ersten 17 Bundesligapartien anknüpfen kann.

Dass es gestern (1. März 2014) nur zu einem Unentschieden reichte, lag unter anderem an Keeper Marc-André ter Stegen, der einen eigentlich harmlosen Rückpass von Kapitän Filip Daems scheinbar unterschätzt. Das Ende vom Lied: Der Ball rollt ins Tor. Die Fohlenelf verliert zwei Punkte.

Eine Szene, die vielen Zuschauern bekannt vorkommt. Schon im Freundschaftsspiel gegen die USA (2. Juni 2013) landete ein Rückpass (damals von Benedikt Höwedes) im Netz.

Eine Schwäche vom Torwarttalent, das sich angeblich mit dem FC Barcelona einig sein soll und das Erbe von Victor Valdés antritt?

Ich glaube nicht. Natürlich ist er in beiden Momenten der Depp, eben weil er den Ball fehlkalkuliert. Passiert das einem Verteidiger/Angriffer, bleibt das häufig ohne Folge und man hakt die Situation als „unglücklich, aber passiert“ ab. Eine Tatsache, die bei Torhütern eben nicht geht, weil sich deren Patzer oft entweder in (Eigen-)Toren oder Platzverweisen widerspiegeln. Deshalb finde ich die Reaktion von Coach Favre korrekt, der in der Pressekonferenz nach dem Spiel betont, dass „das gesamte Team am Ergebnis schuld ist“ und „solche Fehler passieren können„.

Darum: Kopf hoch, weitermachen. Wenn es das einzige Eigentor in seiner Spielzeit 2013/2014 bleibt, können wohl alle Beteiligten (egal ob bei Gladbach oder in der Nationalmannschaft) damit leben.

Darf ich vorstellen: Lasogga, Ginter, Hahn… und Mustafi.

Am kommenden Mittwoch (5. März 2014) empfängt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in der Mercedes-Benz-Arena zu Stuttgart die südamerikanischen WM-Teilnehmer aus Chile. Ein überaus ernst zu nehmender Gegner, der immerhin über europäische Topstars wie den Ex-Leverkusener Arturo Vidal und Barcas Flügelflitzer Alexis Sánchez verfügen, die sich in bestechender Form befinden und definitiv Spiele entscheiden können.
Auf deutscher Seite nominierte Bundestrainer Joachim Löw vier neue Gesichter in die A-Mannschaft, mit denen man so teilweise nicht rechnete. So ist Sturmtank Pierre-Michel Lasogga ebenfalls dabei wie Freiburgs Defensivtalent Matthias Ginter, Augsburgs Erfolgsgarant André Hahn und… Shkodran Mustafi. Skhodran… Wer? Der 21-jährige Mustafi verdient aktuell in Italien bei Sampdoria Genua seine Brötchen (Ex-HSV Jugend) und erarbeitete sich dort einen Stammplatz in der Innenverteidigung.

Ein Grund, warum Augsburg in der Bundesliga gerade auf der Erfolgswelle schwimmt und nun auch für Deutschland auflaufen darf: André Hahn. Foto: © Facebook

Ein Grund, warum Augsburg in der Bundesliga gerade auf der Erfolgswelle schwimmt. Nun darf André Hahn am Mittwoch möglicherweise zum ersten Mal für sein Heimatland auflaufen. Foto: © Facebook

Vier Personalien, für die man den Teamchef loben kann und den so schon fußballerisch hochwertig bestückten Kader in der Breite weiter aufwerten. In den kommenden Länderspielen (13. Mai gegen Polen, 1. Juni gegen Kamerun, 6. Juni gegen Armenien) sollten und könnten allerdings auch meiner Meinung nach Spieler wie Max Meyer, Serge Gnabry oder Kevin Volland ohne Weiteres eine Nominierung erhalten, selbst wenn die Offensivpositionen (wie so oft zuletzt) teilweise schon (Luxusproblem!) drei- und vierfach besetzt sind.

Leistungsträger bei Hoffenheim und eines der aktuell größten Offensivjuwele Deutschlands: Kevin Volland. Ob er am 13. Mai zum Testspiel gegen Polen einen Anruf vom Bundestrainer erhält? Foto: © Facebook.

Leistungsträger bei Hoffenheim und eines der aktuell größten Offensivjuwele Deutschlands: Kevin Volland. Ob er am 13. Mai zum Testspiel gegen Polen einen Anruf vom Bundestrainer erhält? Foto: © Facebook.

Sollte Philipp Lahm im DFB-Dress ebenfalls in das zentrale Mittelfeld rücken und die Rechtsverteidigerposition „abgeben“, erscheinen Aushilfsrechtsverteidiger Kevin Großkreutz oder Frankfurts Sebastian Jung für mich die naheliegendsten Optionen, um diese Position halbwegs adäquat zu besetzen. Im Fall aller Fälle könnte mit Sicherheit ein Anruf bei Sascha Riether das Problem aus der Welt schaffen, der seit Sommer 2012 beim FC Fulham Stammrechtsverteidiger und auch unter Quälix Magath gesetzt ist.

Weitere Kandidaten, die ich mir in naher/ferne Zukunft im deutschen Trikot vorstellen kann: Emre Can, Robin Knoche, Jonathan Tah, Christoph Kramer, Timo Werner, Johannes Geis, Erik Durm.
Allesamt deuten an, dass in Deutschland die Fußballjugendarbeit phänomenal läuft und eine Vielzahl hochveranlagter Spieler hervorbringt, die uns zumindest in den nächsten zehn Jahren auf dem Rasen begeistern können.

Ob (eigentlich eingestandene) Profis wie Kevin Kuranyi, Robert Huth, Gonzalo Castro oder Kefan Stießling (mit den Namen mogelt er sich vielleicht in den Kader) jemals nochmal eine Nominierung erhalten?
Zumindest einen erfahrenen wie flexibel einsetzbaren Spieler wie Castro sollte Joachim Löw – wenn nötig – ebenso eine Chance, wenn selbst ein Heiko Westermann ab und an dabei sein darf, der sich in den letzten Jahren sportlich alles andere als mit Ru(h)m bekleckert.

In diesem Sinne darf man gespannt sein, wer von den Debütanten am Mittwoch gegen Chile aufläuft – und sich möglicherweise für weitere Einsätze empfiehlt. Eine eventuell einmalige Gelegenheit, die Lasogga, Ginter, Hahn sowie Mustafi unbedingt nutzen sollten, da der Konkurrenzkampf im Nationalteam größer nicht sein könnte – und etliche weitere ambitionierte Fußballer ihnen im Nacken sitzen, quasi nur auf ihre Nominierung warten.