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Ter Stegens Déjà-vu. Oder: Der verunglückte Rückpass, Teil 2.

Das magere 1:1 war für die Fohlen aus Gladbach der nächste kleinere Rückschlag in einer bis jetzt enttäuschenden Rückserie, in der die Elf von Lucien Favre irgendwie immer mehr aus dem Tritt kommt und einfach nicht an die Leistungen aus den ersten 17 Bundesligapartien anknüpfen kann.

Dass es gestern (1. März 2014) nur zu einem Unentschieden reichte, lag unter anderem an Keeper Marc-André ter Stegen, der einen eigentlich harmlosen Rückpass von Kapitän Filip Daems scheinbar unterschätzt. Das Ende vom Lied: Der Ball rollt ins Tor. Die Fohlenelf verliert zwei Punkte.

Eine Szene, die vielen Zuschauern bekannt vorkommt. Schon im Freundschaftsspiel gegen die USA (2. Juni 2013) landete ein Rückpass (damals von Benedikt Höwedes) im Netz.

Eine Schwäche vom Torwarttalent, das sich angeblich mit dem FC Barcelona einig sein soll und das Erbe von Victor Valdés antritt?

Ich glaube nicht. Natürlich ist er in beiden Momenten der Depp, eben weil er den Ball fehlkalkuliert. Passiert das einem Verteidiger/Angriffer, bleibt das häufig ohne Folge und man hakt die Situation als „unglücklich, aber passiert“ ab. Eine Tatsache, die bei Torhütern eben nicht geht, weil sich deren Patzer oft entweder in (Eigen-)Toren oder Platzverweisen widerspiegeln. Deshalb finde ich die Reaktion von Coach Favre korrekt, der in der Pressekonferenz nach dem Spiel betont, dass „das gesamte Team am Ergebnis schuld ist“ und „solche Fehler passieren können„.

Darum: Kopf hoch, weitermachen. Wenn es das einzige Eigentor in seiner Spielzeit 2013/2014 bleibt, können wohl alle Beteiligten (egal ob bei Gladbach oder in der Nationalmannschaft) damit leben.

„Fohlen“ und „Wölfe“ trennen sich friedlich: Topspiel des 17. Spieltags endet Unentschieden

Im Spitzenspiel des 17. Spieltags trafen sich die „Fohlen“ von Lucien Favre sowie die „Wölfe“ von Dieter Hecking, um sich ein Duell um die internationalen Bundesliga-Plätze zu leisten. Dabei befanden sich beide Mannschaften im Formhoch, was sich auch anhand der Tabellenplätze (Platz 4 gegen Platz 5) ablesen ließ. Die über 53.000 Fußballbegeisterten im Borussia-Park zu Gladbach erwartete also eine hochklassige Partie, in der die siegreiche Mannschaft sich noch fester in der oberen Tabellenregion hätte etablieren können. Daraus wurde jedoch nichts, denn nach 90 Minuten zeigte die Anzeigetafel im Stadion ein 2:2 an.

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Gladbach gegen Wolfsburg: Eine mit Spannung erwartete Begegnung zum Jahresausklang. Foto: © http://bit.ly/197F9Ac

Danach sieht es allerdings in den ersten 45 Minuten des Spiels noch überhaupt nicht aus. Beide Mannschaften agieren konzentriert und vorsichtig, um das Fehlerpotenzial gering zu halten. Dennoch erspielen sich beide Teams erste Chancen. Wolfsburgs Ivica Olic verzieht aus spitzem Winkel vor ter Stegen (22.), der auch gegen Maxi‘ Arnold wenige Minuten später glänzend pariert (28.). Im Gegenzug zeigen auch die „Fohlen“, weswegen sie eine der angriffstärksten Mannschaften in der Hinrunde sind. So bringen sich Max Kruse und Raffael immer wieder wieder in gute Positionen, scheitern dann aber entweder am eigenen Zögern oder am „Wölfe“-Keeper Diego Benaglio. So ergibt sich ein Halbzeitstand von 0:0.

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Gladbachs Raffael (links) sorgte im ersten Durchgang für einige Offensivbemühungen, die er in der 2. Halbzeit noch ausbaute. Foto: © http://bit.ly/1jxngSi

Den im Laufe der 1. Halbzeit entwickelten Spielgeist nehmen beide Mannschaften auch mit in die zweiten 45 Minuten. Und als Wolfsburger Linksverteidiger Ricardo Rodriguez in aller Seelenruhe in Gladbachs Strafraum passt, Diego sich den Ball erläuft und mit dem Führungstreffer veredelt, steht es in der 53. Spielminute 1:0 für die Gäste aus der VW-Stadt.

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Technisch einwandfrei befördert Wolfsburgs Mittelfeld-Star Diego den Ball ins „Fohlen“Gehäuse zum 1:0. Foto: © http://bit.ly/1d1rego

Anschließend nimmt das Spiel an Fahrt auf, sodass auch die Gladbacher Chancen kreieren – und in Form von Raffael nach feinem Dribbling den Ausgleich (59.) machen. Nachdem Raffael zwei Minuten später knapp das Tor verfehlt, fasst sich Juan Arango ein Herz und bugsiert das Spielgerät per Freistoß aus etwa 28 Metern zur 2:1-Führung in die Maschen.

Gladbach attackiert weiter über Raffael, Herrmann und Kruse und kratzt am entscheidenden 3:1, kassiert jedoch kurz vor Schluss (85.) den Ausgleichstreffer, als der eingewechselte Bas Dost den Ball quasi ins Tor trägt.

Kurz darauf pfeift Schiedsrichter Günter Perl ab und beendet damit die letzte Bundesliga-Partie im Kalenderjahr 2013.

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Wolfsburgs Spieler wünschen ihren Fans eine frohe wie besinnliche Weihnacht. Foto: © http://bit.ly/1cLwjpE

Damit wäre die erste Hälfte der Spielzeit 2013/2014 gelaufen, die sich mit folgender Tabellensituation in die Winterpause verabschiedet:

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Foto: Screenshot © Sportal.de


Weiter geht es im neuen Jahr dann am 24. Januar 2014, wenn die Borussia aus Mönchengladbach, die heute die Hinserie beendete, auch die Rückserie vor heimischem Publikum gegen den FC Bayern München eröffnen darf. Ob die weiße Weste (zu Hause unbesiegt) der Gladbacher auch gegen die Bayern erhalten bleibt?