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Jogi ohne Hansi und Deutschland ohne Miro, Per und Lahm im ersten Länderspiel seit dem WM-Finale 2014.

Wahnsinn. 52 Tage ist es also bereits her, als sich quasi ganz Deutschland zu später Stunde in den Armen lag, auf die Straße ging und den Nachthimmel mit Feuerwerkskörpern erleuchtete. Ja, an diesem Sonntag, den 13. Juli 2014, ist mit dem vierten WM-Sieg einer deutschen Fußball-Nationalmannschaft ein sporthistorischer Triumph gelungen, auf den man in anderen Ländern wahrscheinlich mit der Einführung eines Nationalfeiertags reagiert hätte.

Oh, wie war das schön! Mario Götze wird heute als Siegtorschütze aus dem WM-Finale 2014 auch heute Abend in aller Munde sein. Foto: © Facebook.

Oh, wie war das schön! Mario Götze wird als Siegtorschütze aus dem WM-Finale 2014 auch heute Abend ein Gesprächsthema sein. Foto: © Facebook.

Und hier in Deutschland? Nichts dergleichen. Die WM-Euphorie ist längst verflogen und man macht sich (wie sonst auch fast immer) unnötig Sorgen um die Qualität des deutschen Teams. Stimmt. Jetzt, wo Co-Trainer Hans-Dieter (hat ihn eigentlich jemals jemand so genannt?) Flick nicht mehr Bundestrainer Joachim Löw assistiert (sondern ab Oktober Thomas Schneider). Und zerfällt die Mannschaft nun komplett, da sich Kapitän Philipp Lahm (konzentriert sich jetzt wohl auf sein Engagement als inoffizielles Testimonial von „Kinder Riegel“), Abwehrhüne Per „The Wall“ Mertesacker und die Torlebensversicherung der letzten Jahr names Miroslav Klose in den Nationalmannschaftsruhestand verabschiedet haben?

Allesamt Fragen, denen man beim heutigen Freundschaftsspiel in Düsseldorf ganz entspannt begegnen kann. Zwar fällt der auserkorene „neue“ Mannschaftskapitän Bastian Schweinsteiger (Lahms Nachfolger als Nationalmannschaftskapitän) verletzt aus, doch auch Manuel Neuer dürfte dieser Herausforderung gewachsen sein.
Wer Lahm allerdings fußballerisch als Außenverteidiger (hier hinterlässt er die größte Lücke, im zentral-defensiven Mittelfeld existiert sowieso ein Spielerüberangebot) ersetzt, muss man heute und in Zukunft sehen. Möglich, dass Löw hierfür auf Wolfsburgs Sebastian Jung, Freiburgs Oliver Sorg, Dortmunds Kevin Großkreutz oder Leverkusens Lars Bender zurückgreift. Auch Jerome Boateng spielte die Rechtsverteidigerposition schon einige Male im DFB-Trikot. Warum Leverkusens Gonzalo Castro scheinbar überhaupt keine Rolle in Löws Planungen spielt, der ebenfalls diese Position (und noch viele mehr) bekleiden könnte, müsste man ihn auch nochmal fragen.

In Sachen Innenverteidigung (und Mertesackers Erben) muss man sich wirklich keine Sorgen machen. Hier können Hummels, Badstuber, Rüdiger, Ginter, Boateng, Mustafi, Höwedes, ferner auch Robin Knoche (Wolfsburg), Niklas Süle (Hoffenheim), Jonathan Tah (HSV, nach Düsseldorf verliehen) oder Marc-Oliver Kempf (Freiburg) in den kommenden Jahren gemeinsam versuchen, so wenig Gegentore wie nur möglich zuzulassen und eine stabile Abwehrformation zu bilden.

Und im Sturm? Ja, dort herrscht nach wie vor Ebbe. Ein Glück, dass Mario Gomez wieder fit und auf Torejagd gehen kann, wenn, ja wenn Löw mal wieder einen „klassischen“ Mittelstürmer benötigt. Für die vorderste Spitze bieten sich zudem die Herren Lasogga (HSV), Volland (Hoffenheim), Kruse (Gladbach), Schieber (wenn er in jedem Spiel bis Saisonende für die Hertha trifft) oder (man kann es nicht oft genug sagen) Kießling an. Alles Spieler, die ich eher dort sehe, als Götze, Özil oder Thomas Müller.

Kurzum: Auch ohne Lahm, Mertesacker und Klose dreht sich die weltmeisterliche Fußballwelt der deutschen Nationalmannschaft weiter. Und das sogar sehr gut, denn bei dieser Riesenauswahl an hochtalentierten Profifußballern wäre es doch gelacht, wenn die Erfolgskurve sich nicht in den kommenden EM/WM-Turnieren fortsetzt.

Austragungsort des heutigen Länderspiels: die Esprit-Arena in Düsseldorf. Foto: © Facebook.

Austragungsort des heutigen Länderspiels: die Esprit-Arena in Düsseldorf. Gelingt Deutschland hier der nächste Sieg gegen Argentinien? Foto: © Facebook.

Das Freundschaftsspiel heute Abend ist dahingehend allerdings von nur äußerst geringer Aussagekraft. Na klar: Einige Medien sprechen von einer „Revanche“, die die Argentinier an uns nehmen können/müssen/sollten. Absoluter Quatsch, denn Weltmeister ist und bleibt (zumindest bis zur WM 2018) nun eben trotzdem Deutschland. Da das auch alle beteiligten Akteure wissen, rechne ich mit einer munteren Partie, die die Argentinier durchaus für sich entscheiden können, wenn Agüero, di Maria und Co. mit Einzelaktionen der wahrscheinlich neu formierten deutschen Abwehrformation Probleme bereiten. Darum erscheint mir ein 2:1 Auswärtserfolg der „Albiceleste“ wahrscheinlich, selbst wenn man mal schauen muss, wie bei den Kickern auf dem Rasen die allgemeine Motivation auf das Freundschaftsspiel heute aussieht. Ansonsten sind auch mehr oder weniger Tore (und gelbe/rote Karten) möglich.

That’s what they call „Akribische Meisterschaftsvorbereitung“

Bei allem Hang zur Neutralität: Was der FC Bayern in dieser Spielzeit 2013/2014 für eine Siegesserie (bis jetzt) hinlegt, ist schlicht und einfach phänomenal. Wer nach dem „Triple“ unter „Jupp“ Heynckes meinte, das Team könne nicht mehr besser spielen, sieht sich in einer nahezu makellosen Statistik (alle Wettbewerbe seit 5. August 2013) von 33 Siegen, drei Unentschieden (Freiburg, Leverkusen, FC Arsenal) und nur einer einzigen Niederlage (letztes CL-Vorrundengruppenspiel gegen Manchester City) widerlegt. Und so macht „Pep“ Guardiola quasi genau da weiter, wo sein Vorgänger aufhörte: der konstruktiven Punktverlustminimierung, einhergehend mit einer Gewinnmaximierung (in Pokalen heißt das bis jetzt: 1x UEFA Super Cup und 1x Fifa Klub-Weltmeister 2013).

Die Folge: gewinnt der deutsche Rekordmeister am nächsten Bundesligaspieltag in Mainz bei gleichzeitigen Niederlagen vom BVB und Schalke 04, sind sie 8 (!) Spieltage vor Schluss vorzeitig deutscher Meister. Es ist also sowieso nur noch eine Frage der Zeit, bis Lahm, Schweinsteiger und Co. (für den FCB zum 24. Mal) die Schale gen Himmel strecken.

Im DFB-Pokal wartet im Halbfinale (am 16. April 2014) der 1. FC Kaiserslautern, bevor sie im Finale in Berlin (im Mai 2014) auf Dortmund oder Wolfsburg treffen könnten. In derzeitiger Verfassung wohl allesamt fußballerisch keine ebenbürtige Konkurrenz.

Der einzige Wettbewerb, in welchem voraussichtlich noch „Überraschungen“ oder so etwas wie Spannung zu erwarten ist: die Champions League.
Dort geht es im Viertelfinale vielleicht gegen Real Madrid, den FC Barcelona, Paris St. Germain, die derzeitigen Topvereine Europas. Zu diesen zählen sie als aktueller Champions-League-Titelverteidiger sowieso. Dennoch darf man gespannt sein, ob es ein Wiedersehen mit Barca gibt, die sie in der letzten Champions-League-Spielzeit im Halbfinale mit 4:0 und 3:0 haushoch aus dem Turnier zauberten (wohl auch, weil Leo Messi nicht annähernd topfit war).

Und so arbeiten sie tagtäglich hart an der Säbener Straße, um dem gewohnt (fast schon unmenschlich) hohen Erwartungsdruck gerecht zu werden. Mehr oder weniger zumindest. So lassen sich die Profis beim Training im Freien den Spaß nicht nehmen, was Thomas Müller kurzerhand ans Steuer eines Golfkarts führt.

Jetzt mag man denken: Typisch Müller! Diese Ulknudel! Der müllert doch sowieso, wie ihm gerade lieb ist und hat immer einen kessen Spruch auf Lager.
Stimmt schon, aber wenn selbst der (bisher) teuerste Transfer der Vereinsgeschichte locker lässig „nebenbei“ Basketball spielen darf, verdeutlicht das doch dezent, wie sehr sich die Münchener Fußballstars doch ihrer Dominanz und spielerischen Überlegenheit (zumindest national) bewusst sind (oder sich einfach nur bei Laune halten).

Umso erstaunlicher, mit welcher Sicherheit Javi Martínez satte sechs von zehn Dreierwürfen durch den Korbring zimmert.
Wobei: Für 40 Millionen Euro kauft man sich eben nicht nur einen genialen Fußballer, sondern scheinbar ein wahres Multitalent. Fehlt nur noch, dass er Franz Beckenbauer beim Golf abzieht oder lässig mit dem Skateboard zum Trainingsgelände backflippt.

Bei dem derzeitigen Formhoch dürfte den Akteuren des bayerischen Starensembles wohl nahezu alles gelingen. Ob das so bleibt, wissen wir spätestens Anfang Juni 2014, selbst wenn aus gegenwärtiger Perspektive scheinbar nichts die Siegessträhne in Gefahr bringen kann.

Darf ich vorstellen: Lasogga, Ginter, Hahn… und Mustafi.

Am kommenden Mittwoch (5. März 2014) empfängt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in der Mercedes-Benz-Arena zu Stuttgart die südamerikanischen WM-Teilnehmer aus Chile. Ein überaus ernst zu nehmender Gegner, der immerhin über europäische Topstars wie den Ex-Leverkusener Arturo Vidal und Barcas Flügelflitzer Alexis Sánchez verfügen, die sich in bestechender Form befinden und definitiv Spiele entscheiden können.
Auf deutscher Seite nominierte Bundestrainer Joachim Löw vier neue Gesichter in die A-Mannschaft, mit denen man so teilweise nicht rechnete. So ist Sturmtank Pierre-Michel Lasogga ebenfalls dabei wie Freiburgs Defensivtalent Matthias Ginter, Augsburgs Erfolgsgarant André Hahn und… Shkodran Mustafi. Skhodran… Wer? Der 21-jährige Mustafi verdient aktuell in Italien bei Sampdoria Genua seine Brötchen (Ex-HSV Jugend) und erarbeitete sich dort einen Stammplatz in der Innenverteidigung.

Ein Grund, warum Augsburg in der Bundesliga gerade auf der Erfolgswelle schwimmt und nun auch für Deutschland auflaufen darf: André Hahn. Foto: © Facebook

Ein Grund, warum Augsburg in der Bundesliga gerade auf der Erfolgswelle schwimmt. Nun darf André Hahn am Mittwoch möglicherweise zum ersten Mal für sein Heimatland auflaufen. Foto: © Facebook

Vier Personalien, für die man den Teamchef loben kann und den so schon fußballerisch hochwertig bestückten Kader in der Breite weiter aufwerten. In den kommenden Länderspielen (13. Mai gegen Polen, 1. Juni gegen Kamerun, 6. Juni gegen Armenien) sollten und könnten allerdings auch meiner Meinung nach Spieler wie Max Meyer, Serge Gnabry oder Kevin Volland ohne Weiteres eine Nominierung erhalten, selbst wenn die Offensivpositionen (wie so oft zuletzt) teilweise schon (Luxusproblem!) drei- und vierfach besetzt sind.

Leistungsträger bei Hoffenheim und eines der aktuell größten Offensivjuwele Deutschlands: Kevin Volland. Ob er am 13. Mai zum Testspiel gegen Polen einen Anruf vom Bundestrainer erhält? Foto: © Facebook.

Leistungsträger bei Hoffenheim und eines der aktuell größten Offensivjuwele Deutschlands: Kevin Volland. Ob er am 13. Mai zum Testspiel gegen Polen einen Anruf vom Bundestrainer erhält? Foto: © Facebook.

Sollte Philipp Lahm im DFB-Dress ebenfalls in das zentrale Mittelfeld rücken und die Rechtsverteidigerposition „abgeben“, erscheinen Aushilfsrechtsverteidiger Kevin Großkreutz oder Frankfurts Sebastian Jung für mich die naheliegendsten Optionen, um diese Position halbwegs adäquat zu besetzen. Im Fall aller Fälle könnte mit Sicherheit ein Anruf bei Sascha Riether das Problem aus der Welt schaffen, der seit Sommer 2012 beim FC Fulham Stammrechtsverteidiger und auch unter Quälix Magath gesetzt ist.

Weitere Kandidaten, die ich mir in naher/ferne Zukunft im deutschen Trikot vorstellen kann: Emre Can, Robin Knoche, Jonathan Tah, Christoph Kramer, Timo Werner, Johannes Geis, Erik Durm.
Allesamt deuten an, dass in Deutschland die Fußballjugendarbeit phänomenal läuft und eine Vielzahl hochveranlagter Spieler hervorbringt, die uns zumindest in den nächsten zehn Jahren auf dem Rasen begeistern können.

Ob (eigentlich eingestandene) Profis wie Kevin Kuranyi, Robert Huth, Gonzalo Castro oder Kefan Stießling (mit den Namen mogelt er sich vielleicht in den Kader) jemals nochmal eine Nominierung erhalten?
Zumindest einen erfahrenen wie flexibel einsetzbaren Spieler wie Castro sollte Joachim Löw – wenn nötig – ebenso eine Chance, wenn selbst ein Heiko Westermann ab und an dabei sein darf, der sich in den letzten Jahren sportlich alles andere als mit Ru(h)m bekleckert.

In diesem Sinne darf man gespannt sein, wer von den Debütanten am Mittwoch gegen Chile aufläuft – und sich möglicherweise für weitere Einsätze empfiehlt. Eine eventuell einmalige Gelegenheit, die Lasogga, Ginter, Hahn sowie Mustafi unbedingt nutzen sollten, da der Konkurrenzkampf im Nationalteam größer nicht sein könnte – und etliche weitere ambitionierte Fußballer ihnen im Nacken sitzen, quasi nur auf ihre Nominierung warten.

Wohin mit Schweinsteiger, Martinez und Co.? Das Gedränge auf der Bayernbank spitzt sich zu.

Am gestrigen Donnerstag (6. Februar 2014) erklärt der FC Bayern, dass Mittelfeldgehirn und langjähriger Vereinsrepräsentant Bastian Schweinsteiger seinem Comeback immer näher kommt und sich das erste Mal seit Langem wieder im Mannschaftstraining befindet.
Eine überaus erfreuliche Nachricht, wenn man sich einmal veranschaulicht, mit welchen gesundheitlichen Problemen der 29-Jährige in den letzten Monaten kämpft.
Und auch 40-Millionen-Mann Javi Martinez kehrt mit ziemlicher Sicherheit noch im Februar auf den Rasen zurück.
In der letzten Spielzeit waren beide im zentralen Mittelfeld die Garanten für den Gewinn von Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League. Doch auch ohne sie spielt der FC Bayern bis jetzt eine nahezu makellose Spielzeit.

Aus diesem Grund dürften sich Schweinsteiger und Martinez erst einmal hinten anstellen und ein wenig gedulden müssen. Denn im 4-1-4-1 von Josep Guardiola scheint es sowieso so gut wie sicher, dass beide nicht (wie im 2012/2013 von Josef „Jupp“ Heynckes präferierten 4-2-3-1) nebeneinander auf dem Platz agieren.

Vor allem Kapitän Philipp Lahm erweist sich dort bisher als clevere wie effektive Alternative im zentralen Mittelfeld. Durch das sich auf dieser Position anbahnende Überangebot von Stars dürfte er zurück auf die Rechtsverteidigerposition rücken, womit Rafinha (dem viele vor der Saison wenige bis gar keine Einsätze zumuten) trotz beachtlicher Leistungen auf der Reservebank Platz nehmen müsste.

Mischt endlich wieder auf dem Platz mit: Mittelfelddirigent Bastian Schweinsteiger. Foto: (c) Facebook

Mischt endlich wieder auf dem Platz mit: Mittelfelddirigent Bastian Schweinsteiger. Foto: © Facebook

Und selbst dann können Schweinsteiger, Martinez, Kroos, Thiago und Götze voraussichtlich nicht gleichzeitig auflaufen. Durch das konsequente Rotieren bekommen zwar alle „irgendwie“ zu ihren Einsatzzeiten. Von gesicherten Stammplätzen kann allerdings bei keinem von ihnen die Rede sein.
Nicht ausgeschlossen, dass sich beispielsweise Mario Mandzukic zum ersten Joker in vorderster Front entwickelt, wenn Thomas Müller oder Mario Götze dort nicht zünden sollten.

Die aus meiner Sicht stärkste Elf, die die Bayern demnächst ins Rennen schicken könnten, sieht folgendermaßen aus (positionsgetreu im 4-1-4-1 v.l.n.r.): Neuer – Alaba, Dante, Boateng, Lahm – Schweinsteiger – Ribery, Kroos, Thiago, Robben – Müller/Götze.

Ersatzbank: Starke, Contento, Rafinha, Martinez, Shaqiri, Götze/Müller, Mandzukic.

Auf der Tribüne (oder vor dem heimischen Fernseher): u.a. Höjbjerg, Pizarro, Van Buyten, Weiser.

Zumal ab August 2014 Robert Lewandowski, (mit ziemlicher Sicherheit) Sebastian Rode (und hoffentlich auch wieder der seit Dezember 2012 am Kreuzband verletzte Holger Badstuber) den Kader bereichern, den Konkurrenzkampf schärfen.

Kaum vorstellbar, dass die FCB-Jugendspieler wie Weiser, Green, Schöpf und Co. ihre Einsatzzeiten bekommen, wenn selbst ein eingestandener Profi wie Jan Kirchhoff in der Hinrunde der Bundesligasaison 2013/2014 trotz vieler Verletzungen auf den Positionen, die er bekleidet, nur wenige Minuten auf dem Rasen steht – und nun bis Sommer 2015 bei Schalke 04 sein berufliches Glück (und vor allem Spielpraxis) sucht.

Dabei muss man ohne Zweifel anerkennen, dass der deutsche Rekordmeister derzeit über einen phänomenalen Kader verfügt, der so in der Fußballwelt seines Gleichen sucht. So darf man gespannt sein, welches Team ihnen in dieser Spielzeit überhaupt noch Punkte abnehmen kann (oder sie sogar besiegt).

Die beiden (bisher) besten Rückrundenteams im direkten Duell (und Derby): Nürnberg gegen den FC Bayern. Lassen die Münchener ihre fußballerischen Muskeln spielen oder können die Franken ihnen mit etwas Glück ein Bein stellen? Foto: (c) Facebook.

Die beiden (bisher) besten Rückrundenteams im direkten Duell (und Derby): Nürnberg gegen den FC Bayern. Lassen die Münchener ihre fußballerischen Muskeln spielen oder können die Franken ihnen mit etwas Glück ein Bein stellen? Foto: © Facebook.

Bisher gelang das lediglich Borussia Dortmund (2:4-Niederlage im deutschen Supercup), in der Bundesliga dem SC Freiburg sowie Bayer Leverkusen (zwei Mal jeweils 1:1-Unentschieden), am 10. Dezember Manchester City (2:3-Niederlage im eigenen Stadion) in der Champions League und zuletzt Red Bull Salzburg (0:3-Pleite, allerdings in einem bedeutungslosen Testspiel). Und vielleicht auch dem 1. FC Nürnberg im morgigen Bundesliga-Derby (8. Februar 2014).

Harte Kerle mit viel Gefühl: Diese Verteidiger lassen Torhütern keine Chance.

In Zeiten von Lionel Messi, Cristiano Ronaldo und Zlatan Ibrahimovic hat es den Anschein, als ob die vermeintlich spektakulärsten Tore der angreifenden Fußballfraktion vorenthalten sind.
Natürlich: Sie verdienen ihre Brötchen damit, ihre Mitspieler im Angriffsspiel bestmöglich in Szene zu setzen und den Ball so oft es geht im gegnerischen Gehäuse unterzubringen.

Die Aufgabe der Verteidiger ist dabei schon immer klar definiert: Nämlich genau das zu verhindern.
Doch seit einigen Jahren gibt es nicht mehr nur die Abwehrbrechstangen, die sich durch überharte Fouls den Spitznamen „Knochenbrocher“ verdienen, sondern ihren offensiven Teamkollegen in Sachen Technik und Filigranität oft in nichts nachstehen.

Der Fernschussblog präsentiert euch darum einmal einige sehenswerteste Torabschlüsse von Abwehrspielern, die veranschaulichen, warum sie sich wahrlich nicht nur auf die Defensivarbeit konzentrieren müssen.

1. Thiago Silva und das unmögliche (irreguläre) Tor

  • Als Thiago Silva im Juli 2012 für 42 Millionen Euro vom AC Mailand zu Paris St. Germain wechselt, sind viele verwirrt. So viel Geld für einen Verteidiger? Oh really? Dass er derzeit einer der besten Innenverteidiger der Welt ist, rechtfertigt den Preis vielleicht halbwegs. Und wenn man sieht, über welche außerordentliche Ballbehandlung der Brasilianer verfügt, sollten selbst hartnäckigste Kritiker schweigen – und sein Fast-Tor des Lebens genießen.

2. Gerard Piqué: Innenverteidiger mit Stürmer-Gen

  • Der 1,92 Meter groß gewachsene spanische Abwehrhüne kann sich wahrlich glücklich schätzen. Nicht nur, dass er sich derzeit mit Sängerin Shakira das Bett teilt und Gerüchten zufolge über zum Teil elefantöse Gliedmaßen verfügt. Er ist darüber hinaus auch ein famoser Kicker, was er in Hackenvorlagen auf Messi oder Abschlüssen in bester Stürmermanier zeigt.

3. Philippe Mexès macht den Ibrahimovic

  • Nur wenige Tage, nachdem sich Zlatan Ibrahimovic mit seinem 30-Meter-Fallrückzieher im Freundschaftsspiel gegen England unsterblich macht, zeigt Philippe Mexès, der sich schon aufgrund einer Verbrennung auf der Sonnenbank als „verletzt“ meldet, dass er diese Technik genauso im Repertoire hat – nur eben als Innenverteidiger.

4. David Luiz: geborener Traumtorspezialist?

  • Manch einer sieht in David Luiz den Mensch gewordenen Tingeltangel Bob (allerdings mit kleineren Füßen), der sich als beidfüßig begabter Verteidiger vom FC Chelsea des Öfteren auf den Weg Richtung gegnerischen Strafraum macht. Meist muss er gar nicht bis zur Sechzehnmeterlinie spurten, da er schon vorher abzieht – und die Bälle unnachahmlich (per Freistoß oder auch aus dem Spiel heraus) im Kasten parkt.

5. Cristian Chivu: Linker Fuß als Lebensversicherung

  • Cristian Chivu gehört zweifelsohne zu den potenziell stärksten Abwehrspielern, die Rumänien jemals hervorbringt. Das einzige Problem, das immer wieder seine Karriere durchkreuzt: die eigene Gesundheit. Seine Verletzungsvita erhält leider jedes Jahr gefühlt immer mehr Einträge, weswegen er nur noch selten auf dem Platz steht. Dass er, wenn er denn fit ist, sein Team ebenso in der Offensive bereichert, stellt er in Freistößen und Linksschüssen unter Beweis.

6. Maicon: Die rechte Außenbahn ist sein Zuhause

  • Bei Inter Mailand entwickelt sich der im brasilianischen Novo Hamburgo geborene Maicon zu einem der besten Rechtsverteidiger der Welt. Und auch, wenn er sich in der Selecao mit Dani Alves um die Rechtsverteidigerposition balgt: im Verein ist er lange Zeit unumstritten. So überzeugt er über Jahre mit defensiven wie offensiven Glanzleistungen, die sich noch heute sehen lassen können.

7. Giovanni van Bronckhorst als Fernschütze in Person

  • Zum Abschluss seiner titelreichen Karriere führt Gio‘ sein Heimatland bei der WM 2010 als Kapitän ins und durchs Turnier. Und fast krönt er sich durch den Titelgewinn mit „Oranje“ selbst, deren Titelträume erst Spanien im Finale zerstört. Vorher schießt der damals 35-Jährige noch kurzerhand eines der sehenswertesten Tore des Turniers, als er in der 18. Minute der Halbfinalpartie gegen Uruguay den linken Hammer auspackt. Ein Treffer, den er in der Ausführung schon vorher in der holländischen Liga erfolgreich testet.

8. Jan Vertonghen: belgischer Trainingszauberer

    • Der belgische Defensivspezialist von Tottenham verfügt über ein Torgespür, das man so eigentlich eher Stürmern zuordnet. So macht er in der ersten Spielzeit bei den Spurs mit fünf Toren und drei Assists auf sich aufmerksam, selbst wenn natürlich bei ihm die Abwehrarbeit im Fokus steht. Was er technisch auf dem Kasten hat, präsentiert er dennoch schon immer gerne im Training – unter anderem bei Elfmetern.

9. Dani Alves und der FC Barcelona: eine Erfolgsgeschichte

  • Wie erwähnt streitet er sich mit Maicon im brasilianischen Nationalteam lange um die Rechtsverteidigerposition, während er beim FC Barcelona seit Sommer 2008 ein Leistungspensum abspult, das seines Gleichen sucht. In Titeln liest sich das wie folgt: dreifacher spanischer Meister, zwei Champions-League-Siege sowie zweifacher Fifa-Klub-Weltmeister. Dazu trägt er mit vielen Pässen, Vorlagen sowie ab und an mit Toren bei. Und wenn er mal ins Schwarze trifft, dann richtig.

10. Philipp Lahm: macht auch mal ein Tor

  • Zu guter Letzt: Ja, auch wir Deutschen besitzen (mindestens) einen Defensivspieler, der es vorne gerne mal krachen lässt. Dafür sorgt besonders Philipp Lahm, den im Vereins- sowie Nationmalmannschaftsfußball niemand mehr aufgrund seiner eigentlich konstant sehr guten Leistungen als Außenverteidiger (und neuerdings im zentralen Mittelfeld) missen möchte. Pirscht sich das geborene Werbegesicht der Ferrero Kinder-Riegel einmal klammheimlich nach vorne, erwartet die gegnerischen Torhüter meist Schlimmes. So geschehen im Auftaktspiel zur WM 2006 (Sommermärchen!), als er das runde Leder formvollendet ins rechte Eck schlenzt.