Schlagwort-Archive: Slowakei

Skandal bei Testspiel des Jahres: Maltas Nationalhymne für eine Sekunde durch Klassiker von Linkin Park ersetzt

Nationalhymnen sind hierzulande ein hochsensibles Thema, was sich beispielsweise in der Vergangenheit bei Länderspielen der Fußball-Nationalmannschaft deutlich zeigt. Nicht nur, als Sängerin Sarah Connor von ihrer künstlerischen Freiheit Gebrauch macht, den Hymnentext verändert und damit in den Medien für große Empörung sorgt. Auch die ewige (sinnfreie) Diskussion, ob DFB-Kicker nun die Nationalhymne mitsingen sollen oder nicht, spaltet vor der WM 2014 in Brasilien die Bundesrepublik.

Beim Testspiel-Kracherduell am Mittwoch (3. September 2014) zwischen der Slowakei und Malta kam es nun ebenfalls zu einem kurzen, aber auffälligen Nationalhymnen-Patzer. Als Maltas Kicker (und die sieben mitgereisten Fans) insgeheim schon auf den Einsatz ihrer Landeshymne warteten, startete stattdessen „Numb“ der US-amerikanischen Rockformation Linkin Park. Das sorgt bei den Spielern von Malta teilweise für ein Schmunzeln im Gesicht, bis einige Sekunden später allerdings dann doch die erwartete Nationalhymne ertönt.

Kaum vorstellbar, was in der deutschen Medienlandschaft los gewesen wäre, wenn das bei einem Spiel der DFB-Profis passiert wäre. So blieb die Aktion (soweit bekannt) ohne schlimmere Folgen, sodass letztlich doch der Fußball im Mittelpunkt des Testspiel stand, das Malta übrigens mit 1:0 verlor. Ob der Hymnenverwechsler vor dem Anpfiff die Spieler möglicherweise mental doch mehr belastete, als ihnen bewusst war, lässt sich nur vermuten.

Die Königinnen der Lüfte versammelt beim „Nine Queens 2014“

Während hierzulande vielerorts schon präsommerliche Temperaturen um die 20 Grad Celsius die Menschen ins Freie treibt, finden im italienische Livigno derzeit (seit 27. März) die diesjährigen „Suzuki Nine Queens 2014“ statt.
In luftiger Höhe und bei jeder Menge Schnee treffen sich ski-/snowboardaffine Mädels, um sich zu präsentieren, zu duellieren – und vor allem Spaß zu haben.

Eine von ihnen ist die 23-jährige Slowakin Zuzana Stromková, die seit 8 Jahren das Freestyle-Skiing mit voller Begeisterung betreibt, was sich auch im kleinen „GoPro“-Clip zeigt, der gestern (29. März 2014) auf YouTube landet.

So darf man letztlich auf weitere qualitativ hochwertige wie sehenswerte Beiträge vom Event gespannt sein, die mit Sicherheit in den nächsten Tagen und Wochen ihren Weg ins Internet finden.
Die Veranstaltung endet nämlich schon am heutigen Sonntag (30. März 2014) mit einer standesgemäßen „Nine Queens“-Afterparty in Miky’s Pub. Also wer heute Abend noch nichts vorhat, zufällig durch Livignos Gassen spaziert und sich einen Skihasen (oder einfach nur Snowboard/Ski-Tipps) angeln möchte: Hin da!

Historischer Abend beim Aufeinandertreffen von Affenfelsen- und Schafinsel-Kickern

Zum mittlerweile einhundertsten Beitrag auf Fernschussblog.de möchte ich euch heute auf eine fußballerische Perle aufmerksam machen, die sich am gestrigen Abend (1. März 2014) in der Winston Churchill Avenue zu Gibraltar ereignet.
Zum erst zweiten Länderspiel (nach dem furiosen 0:0 gegen die Slowakei) traf Gibraltar im heimischen Victoria Stadium auf die Färoer-Inseln. Ein Spiel, bei dem man im Voraus nicht so genau wusste, was in 90 Spielminuten passieren und ob überhaupt ein Team als Sieger das Feld verlassen würde.

Doch schon nach 21. Spielminuten sorgt Gibraltars Verteidiger Roy Chipolina nicht nur für das (überraschende) 1:0 durch einen Kopfball nach einem Eckstoß, sondern sichert sich damit auch ein Eintrag in den Geschichtsbüchern. Er ist der erste Torschütze der gibraltarianischen Nationalmannschaft überhaupt. Eine Szene, die bei (mindestens) Millionen Fernsehzuschauern (ich suchte vergebens einen Livestream) und allen Beteiligten im Stadion eine Gänsehaut beschert.

Das Tor entwickelt sich gleichzeitig zum Weckruf für die Kicker von den Schafinseln, die noch vor der Pause die Begegnung drehen, als Christian Lamauge Holst das Spielgerät in der 31. Minute aus über zwanzig Metern ins rechte Eck holst.

Einige Minuten später folgt dann ein Strafstoß für die Färoer, doch Daniel Udsen kann den spürbar unmenschlichen Druck nicht standhalten und schickt den Ball Richtung Tribüne.

Nach dem Seitenwechsel finden die Fußballer vom Affenfelsen nicht mehr zurück in die Partie, kassieren zwei weitere Tore (58., 67.) und belohnen die Färoer-Inseln mit dem für sie (historischen) höchsten Sieg in der Länderspielgeschichte.

Für Gibraltar beginnt nun die detaillierte Aufarbeitung der Niederlage, bevor am Mittwoch (5. März 2014) Estland im Victoria Stadium gastiert und die Vorbereitung für die Qualifikation zur Europameisterschaft 2016 in Frankreich weitergeht.
Dabei kann man sich aus deutscher Sicht schon einmal den 14. November 2014 rot einkreisen, denn dann kommt Gibraltar zum Auswärtsspiel nach Deutschland.

Neue Konkurrenz für San Marino und Andorra: Fußballer vom „Affenfelsen“ machen Europa unsicher

Seit Mai 2013 gehört Gibraltar als britisches Überseegebiet zur UEFA und kann damit an der Qualifikation zur Europameisterschaft 2016 in Frankreich teilnehmen.
Dabei leben auf der Halbinsel am Südzipfel Spaniens nur etwa an die 30.000 Menschen. Das sind etwas mehr Leute, als beispielsweise alle zwei Wochen zum Millerntor-Stadion beim Zweitligisten FC St. Pauli pilgern. Eine besondere Chanceoder neben Liechtenstein, Andorra und Co. ein weiterer „Zwergenstaat“, der große Fußballernationen zu unnötigen Spielen zwingt?

Zumindest im allerersten Länderspiel Gibraltars überhaupt rackerten die Spieler vom „Affenfelsen“ (dort leben Affen in freier Natur und sind nicht selten auch Haustiere) der Slowakei am 19. November 2013 ein 0:0-Unentschieden ab.
Zwar verzichteten die Slowaken auf Topstars wie Hamsik (SSC Neapel), Skrtel (FC Liverpool) oder Weiss (Olympiakos Piräus), waren allerdings dennoch klarer Favorit.

Vor 350 Zuschauern ließen die (nachvollziehbar) von Trainer Allen Bula defensiv eingestellten Gibraltarner keine Torabschlüsse zu – und gingen damit als gefühlter Sieger vom Platz.

Ein Achtungserfolg, denn immerhin besteht das Nationalteam fast ausschließlich aus Amateurfußballern. Einzige Ausnahme: Abwehrmann Scott Wiseman, der in der zweiten englischen Liga beim FC Barnsley seine Brötchen verdient. Die restlichen Spieler bilden überwiegend schon bei Lincoln FC ein Kollektiv, das seit 11 Spielzeiten die Meisterschaft im gibraltarnischen Fußball gewinnt.

Die nächsten sportlichen Herausforderungen sollen bereits im März 2014 folgen, wenn Partien gegen Estland und die Färoer-Inseln geplant sind. Damit startet gleichzeitig bereits die Vorbereitung für die EM-Qualifikation, die im August 2014 beginnt und Gibraltar möglicherweise Deutschland, England oder die Niederlande als Gruppengegner beschert.

Sehr wahrscheinlich, dass sich Gibraltar dabei zur Schießbude entwickelt, was allerdings völlig normal ist. Schließlich betreibt die Mehrheit der Nationalspieler Gibraltars den Fußballsport nur nebenberuflich und dürften zumeist nur einen winzigen Bruchteile vom Einkommen ihrer Gegenspieler verdienen.

Und sollte es bei der EM-Quali weitere Unentschieden, erste Tore oder vielleicht sogar den ersten Sieg zu bejubeln geben, können einige Spieler die Nationalelf als Präsentationsbühne für Fußballengagements im Ausland nutzen.

Wer sich nun als talentierter Hobbykicker selbst in Gibraltar einbürgern möchte, um gegen die Arjen Robbens und Wayne Rooneys dieser Welt anzutreten, sollte am besten (vielleicht bei einem Sommerurlaub?) eine Einheimische zum Traualter bitten, um Zeit zu sparen. Und natürlich Gibraltar auf dem Weg zu kommenden großen Fußballturnieren zu unterstützen.

In diesem Sinne: Auf auf, nach Gibraltar! Auch wenn die Landung mit dem Flugzeug problematisch werden könnte.