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Besuch in der Red Bull Arena: Das Ostderby zwischen Rasenballsport Leipzig und Union Berlin

Nachdem ich mit dem Erdgas Sportpark bereits das Fußball-Wohnzimmer des Halleschen FC gesehen hatte, war es an der Zeit, sich das Zentralstadion (neuerdings: Red Bull Arena) in Leipzig zu genehmigen. Und wo könnte das besser gelingen als beim Derby zwischen Rasenballsport Leipzig und Union Berlin? Wenige Minuten und Klicks später hatte ich mir ein Ticket für das Freitagabendspiel (19. Februar 2016) gesichert – und die Tour nach Leipzig konnte beginnen.

Ticket ins Glück? Auf gutes Wetter hoffend sicherte ich mir einen Platz im Unterrang an der Südseite des Stadions.

Ticket ins Glück? Auf gutes Wetter hoffend sicherte ich mir einen Platz im Unterrang an der Südseite des Stadions.

Wie geht es weiter?

Ein Freitagabend im Karli: SV Babelsberg 03 vs. 1. FC Union Berlin II.

Es gibt Old Trafford, die Anfield Road, das Camp Nou, die Amsterdam-Arena… und wohl noch viel viel viel mehr Fußballarenen, denen der Fernschussblog-Autor noch keinen Besuch abstattete. Seit gestern (21. März 2014) kann er allerdings ein Häkchen am Karl-Liebknecht-Stadion („Karli“) in Potsdam machen, in dem der SV Babelsberg 03 seine Heimspiele austrägt.

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Vor 2.323 Zuschauern (es wären wohl deutlich mehr Fans gewesen, wenn nicht zur gleichen Zeit in Köpenick der 1. FC Union Berlin gegen den FC Paderborn gespielt hätte) empfingen die blau-weißen Gastgeber den Tabellenvierten aus Köpenick zur fußballerischen Abendveranstaltung, in welche die Babelsberger mit einer Zwei-Sieg-Serie und die Unioner mit einer 1:4-Klatsche gingen.

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Noch keine 14 Sekunden gespielt, fiel auch schon das erste Tor des Tages. Stürmer Lucas Albrecht fand sich frei vor Keeper Basti‘ Patzler wieder und netzte aus kurzer Distanz eiskalt ein. Ein Auftakt nach Maß für die Babelsberger!
Doch Union II zeigte sich keineswegs beeindruckt und kombinierte sich mit jeder Spielminute immer besser nach vorne. Ein Angriff in der 15. Minute endete dann im Strafraum mit einem Pfiff. Elfmeter!
Eine fragwürdige Entscheidung. Doch David Hollwitz, Ex-Babelsberger und nun Kapitän von Union II, war es egal. Er verwandelte sicher und erzielte den Ausgleich.

In der Folge kamen beide Mannschaften zu diversen Chancen. Doch während die Blau-Weißen ihre Angriffe nicht konsequent zu Ende spielten, ging Union durch Tim Oschmann in der 31. Minute mit 2:1 in Führung. Eine Tatsache, an der sich bis zum Halbzeitpfiff gegen 19:45 Uhr nichts veränderte.

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Nach intensivem Stadionwursttest (Preis 2,50 Euro; geschmacklich erstligareif) und einem Astra (0,5er für 3 Euro) zum Abgewöhnen stand bei entspanntem Sprühregen die zweite Halbzeit bevor. Würde es ähnlich angriffsfreudig wie spannend weitergehen?

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Es entwickelte sich eher zu einem etwas zerfahreneren Spiel, bei der Union überwiegend verwaltete, Babelsberg rackerte und (gefühlt) jeder zweite Angriff durch eine (mal offensichtliche, mal schwer nachvollziehbare) Abseitsstellung sein jähes Ende fand.

Allerdings konnten sich die Köpenicker letztlich bei ihrem Torwart Patzler bedanken, dass sie in Führung blieben. So parierte er mehrfach herausragend und lenkte mehrere gefährliche Kopfbälle (nach Ecken) sowie einen starken Freistoß über das Gehäuse.

Und bei all den Offensivbemühungen der Babelsberger häuften sich gegen Ende natürlich die Kontermöglichkeiten für die Berliner. Eine davon verwertete der eingewechselte Jack Krumnow zum 3:1-Endstand, was Schiedsrichter Andreas Becker zum Abpfiff nutzte.

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Durch den Sieg ist Union Berlin II für den Moment Tabellendritter (zwei Punkte vor Carl Zeiss Jena, die heute um 13:30 Uhr gegen Hertha BSC II nachlegen können), wohingegen der SV Babelsberg 03 auf dem neunten Tabellenplatz im soliden Tabellenmittelfeld verweilt.

Mein Fazit: Unterhaltsame Begegnung in einem beschaulichen, angenehmen Stadion, in dem man zu humanen Preisen Viertliga-/Regionalligafußball auskosten kann. Darum gehe ich bestimmt in naher Zukunft (mindestens) ein weiteres Mal dorthin, auch um mal einen Sieg vor heimischer Kulisse mitzuerleben.
Das gelang in der gesamten Spielzeit 2013/2014 bisher lediglich drei Mal, ist also auf jeden Fall noch ausbaufähig. Ob dahingehend ein Schritt Richtung positivere Bilanz gelingt, sieht man dann in 16 Tagen am 6. April, wenn Ligaschlusslicht (Stand 22.03.2014, 10 Uhr) Optik Rathenow für ein Gastspiel vorbeikommt.