Schlagwort-Archive: Union Berlin

Besuch in der Red Bull Arena: Das Ostderby zwischen Rasenballsport Leipzig und Union Berlin

Nachdem ich mit dem Erdgas Sportpark bereits das Fußball-Wohnzimmer des Halleschen FC gesehen hatte, war es an der Zeit, sich das Zentralstadion (neuerdings: Red Bull Arena) in Leipzig zu genehmigen. Und wo könnte das besser gelingen als beim Derby zwischen Rasenballsport Leipzig und Union Berlin? Wenige Minuten und Klicks später hatte ich mir ein Ticket für das Freitagabendspiel (19. Februar 2016) gesichert – und die Tour nach Leipzig konnte beginnen.

Ticket ins Glück? Auf gutes Wetter hoffend sicherte ich mir einen Platz im Unterrang an der Südseite des Stadions.

Ticket ins Glück? Auf gutes Wetter hoffend sicherte ich mir einen Platz im Unterrang an der Südseite des Stadions.

Wie geht es weiter?

Saisonausklänge im Kontrast: graue Nullnummer der Hertha und Schönwetter-Kick bei Union

Leute: Ist das zu glauben? Da hat die Saison 2014/2015 „eben“ mit Bellarabis Neun-Sekunden-Tor begonnen, da ist sie seit Samstag (23. Mai) auch schonwieder vorbei. Ok, dazwischen liegen 273 Tage und 34 unterhaltsame Spieltage in der höchsten deutschen Spielklasse.

Ich erinnere mich noch, wie ich zum Saisonstart im Berliner Olympiastadion gewesen bin, um Hertha und Werder für 90 Minuten meine Aufmerksamkeit zu schenken. Das hatte damals (Endstand 2:2) mächtig Spaß gemacht, sodass ich mich traditionell auch zum letzten Heimspiel der Spielzeit ins Berliner Olympiastadion begeben habe. Das fand am vergangenen Samstag (16. Mai, 15:30 Uhr) statt. Zu Gast: Eintracht Frankfurt (längst gerettet), gegen die Hertha, die ihren Klassenerhalt schaffen wollte. Wollten sie? Es wurde ein fußballerisch fragwürdiger Nachmittag, der komplett das Gegenteil davon bot, was ich wiederum gestern (24. Mai) im Closing-Heimspiel von Union Berlin gegen Eintracht Braunschweig erlebt habe.

Mehr als 60.000 Zuschauer hatten sich an diesem Samstagnachmittag im Olympiastadion eingefunden, um Bundesligafußball und im Idealfall eine abwechslungs- und torreiche (Hinspiel in Frankfurt: 4-4) Partie zu sehen. Stattdessen folgte eine quasi 90-minütige Dauerhypnose, in der man die Torchancen an wirklich einer Hand (Kalou, drei Mal grandios gescheitert) abzählen konnte. Die Frankfurter agierten zusammengefasst so, als wären sie vom Anpfiff an mit dem 0:0 zufrieden gewesen und schossen gefühlt kein einziges Mal auf den Kasten von Thomas Kraft.

Als Highlight muss man auf jeden Fall das Engagement der Frankfurt-Fans erwähnen, die (im Gegensatz zu den Akteuren auf dem Rasen, Schiedsrichter ausgenommen) eine wirklich erstligareife Leistung präsentierten. Natürlich: Über den Einsatz von Rauchbomben und Pyrotechnik lässt sich streiten. Dennoch zeigten sie vor dem Anstoß eine nette Choreografie, wohingegen Herthas Ostkurve (meiner Erinnerung zufolge) darauf komplett verzichtete.

Frankfurter Fans machen Stimmung

Ganz ehrlich: Da hatte ich zum Abschluss-Heimspiel mehr erwartet. Und das auch fußballerisch! Immerhin tröstete mich ein umso spektakulärerer Geburtstag über die (nahezu) verschenkte Zeit im Olympiastadion hinweg. Dennoch: Sollte das der Saisonausklang gewesen sein, sollte ich mein letztes Live-Heimspiel in dieser Spielzeit in dermaßen semioptimaler Erinnerung behalten?

Nein. Aus diesem Grund machte ich mich gestern (24. Mai) noch einmal auf den Weg nach Köpenick, um zu schauen, was die Unioner zum Saisonausklang gegen Braunschweig veranstalten würden. Und kurz zusammengefasst lässt sich sagen, dass hier wirklich alles unglaublich genial gewesen ist. Tickets am Samstag besorgt, dann brillierte der Sonntag durch allerbestes Kaiserwetter und durch etwas Glück landete ich erneut direkt in der Unioner Fankurve. Das versprach insbesondere in Sachen Stadion-Feeling wieder ein denkwürdiger Nachmittag zu werden.

Im mit über 21.600 Zuschauern ausverkauften Stadion an der Alten Försterei wurde ich zudem Zeuge einer munteren Begegnung, in der sich die Gäste aus Braunschweig ein Chancenübergewicht in Halbzeit eins erspielten, jedoch keine Tore fielen. „Wieder ein Live-Spiel ohne Tore?“ geisterte mir zur Halbzeit durch den Kopf.

Ein Glück: Kurz nach Wiederanpfiff fiel durch Schönheim der Führungstreffer für Union Berlin (#bierdusche, Teil 1), nachdem Braunschweigs Kessel ein Rückpass verunglückte. Es bildete den Auftakt einer Drangphase der Berliner, die in der 59. Minute durch Polter zum 2:0 (#bierdusche, Teil 2) nachlegten. Und auch danach noch 2-3 wirklich große Chancen hatten, um das Ergebnis auszubauen, aber jeweils äußerst knapp scheiterten. Von den Braunschweigern war in Halbzeit zwei insgesamt nicht mehr viel zu sehen. Sie schienen doch etwas überrumpelt vom Powerplay der „Eisernen“, die ihre Fans letztlich mit einem fantastischen Heimsieg verabschiedeten und sich zu jeder Spielminute voll und ganz reingehangen haben.

Union letztes Heimspiel gegen Braunschweig

Foto: (c) Union Berlin / Facebook

Gut: Für Union und Braunschweig ging es sportlich um nichts mehr. Wohl auch ein Grund für die durch und durch muntere Begegnung vom Sonntagnachmittag. Andererseits hätte ich mir von Hertha BSC und Eintracht Frankfurt als Bundesligisten (und damit offiziell mit die besten Fußballclubs Deutschlands) doch fußballerisch mehr erhofft als dieses Trauerspiel, das eher zum Einschlafen als zum Jubeln (generell: zur Lebensfreude) animierte.

Ein Glück gehe ich durch das Union-Heimspiel (doch) noch mit jeder Menge positiver Eindrücke aus der Fußball-Spielzeit 2014/2015, die jetzt noch einige Knallerspiele (Relegation, Finalspiele in UEL, DFB-Pokal und CL) bereithält, bevor bis Ende Juli / Anfang August „Sense ist“. Und man gespannt sein darf, was sich in Sachen Spieler- und Trainertransfers noch so passiert.

Alle wünsche werden klein gegen den gesund zu sein: Union Berlin huldigt „Köhler Fußballgott“

Dass Union Berlin eine besondere Beziehung zu seinen Spielern pflegt, bemerkte ich bereits in der Fankurve im Stadion „An der alten Försterei“, in der ich im Dezember 2014 bei einem Heimspiel gegen den FSV Frankfurt zu Gast gewesen bin.
Beim Heimspiel gegen den VfL Bochum ( (7. Februar 2015) ließen die Mehrheit der rund 19.000 Zuschauer erneut keinen Zweifel daran, dass sie nicht nur für die Begegnung gekommen waren, sondern insbesondere auch für Mittelfeldmann Benjamin Köhler. Der 34-Jährige wird dem Verein auf unbestimmte Zeit nicht zur Verfügung stehen, da er an Lymphdrüsenkrebs erkrankt ist, wie Union Berlin am Mittwoch (4. Februar 2015) in einer Pressemitteilung bekanntgegeben hat.

Eine Diagnose, die sportunabhängig einfach schrecklich ist und die die „Eisernen“ mit verschiedenen Aktionen zur Anteilnahme begegnen. Zunächst wurde Köhlers Vertrag um ein Jahr (bis Ende Juni 2016) verlängert, da man mit ihm als Stammkraft auf jeden Fall rechnet, an seine Genesung glaubt. Darüber hinaus huldigten die Anhänger Köhler gestern beim Vortragen der Mannschaftsaufstellung, indem sie nach jeder Spielernennung „Köhler Fußballgott“ riefen.

Außerdem wurde die Begegnung in der siebten Spielminute (Köhler trägt die Rückennummer sieben) unterbrochen, in der Unions Spieler ihre Trikots auszogen, um mit weißen T-Shirts mit der Aufschritt „Gemeinsam 7 kämpfen“ an ihren erkrankten Mannschaftskollegen zu erinnern, der sich das Treiben von der Stadiontribüne aus anschaute (und ganz bestimmt gerührt gewesen ist).

Sportlich ist es das erste Zweitligaspiel Unions Berlins nach der Winterpause gewesen. Zunächst schaute es so aus, als würden die Gäste aus Bochum Punkte aus Köpenick entführen, nachdem Selim Gündüz in der 32. Minute sein Team in Führung brachte. Doch direkt nach der Halbzeit machte Union viel Druck, erzielte in der 50. Spielminute (Kobylanski) den Ausgleich sowie kurz vor Rasenschluss (86. Spielminute) noch den 2:1-Siegtreffer durch Damir Kreilach.

Drei Punkte, die die Unioner in das Niemandsland der zweiten Liga (auf den achten Tabellenplatz) befördern und die Fans zum Start in das Fußballjahr 2015 glücklich stimmten. Ganz bestimmt auch ein wenig Benni Köhler, den in den kommenden Wochen und Monaten wahrscheinlich die gesundheitliche Herausforderung seines Lebens erwartet, für die man ihm nur alles erdenklich Gute wünschen kann.

Weihnachtliche Fußballwelt: Wenn Fans, Fußballer und Trainer sich auf die Festtage einstimmen

Wahnsinn, dass 2014 tatsächlich in sieben Tagen seine Segel streicht und dann mit einem gediegenen „High five“ an 2015 übergibt. Wenn also in einer Woche Silvester bevorsteht, haben wir heute… ? Richtig: Heiligabend, Weihnachten. Ein Grund, euch allen da draußen einfach einmal angenehme wie sympathische Festtage zu wünschen und mich für euer Engagement in diesem Jahr zu bedanken.

Eine Tatsache, die selbstverständlich auch viele Fußballclubs auf verschiedenste Art und Weise umsetzen. Zum Beispiel ist es bei Union Berlin seit 2003 gang und gäbe, sich kurz vor Weihnachten zum kollektiven Weihnachtssingen im Fußballstadion zu treffen und so das Jahr besinnlich ausklingen zu lassen. Ein Event, das mittlerweile dermaßen gefragt ist, dass der Club hierfür Eintrittskarten einführte, weil es schon vorkam, dass so mancher gar nicht mehr ins Stadion An der alten Försterei durfte, weil einfach bereits zu viele Menschen vor Ort waren. Glaubt ihr nicht? Seht selbst.

Doch nicht nur die Anhänger von Union Berlin hegen eine Vorliebe für Weihnachtslieder, sondern auch so manche Fußballspieler. Ein humorvoller Beitrag vom VfB Stuttgart aus dem Jahr 2012 beweist: Auch sie können teilweise gar nicht genug von herzerwärmenden Weihnachtshits bekommen, selbst wenn sie nicht immer sonderlich textsicher wirken (was dem Unterhaltungsfaktor keinen Abbruch tut).

Selbst der „ab und an“ eher gefühlskalte wie die Journalisten fertigmachende und/oder zurechtweisende „Trainer-König“ Louis van Gaal gibt sich in einer Pressekonferenz am gestrigen Dienstag (23. Dezember 2014) weihnachtlich gestimmt und wünscht seinen „Nervensägen vom Dienst“ ein frohes Fest. Dem bleibt eigentlich nichts hinzuzufügen.

Ein Adventssonntag in Köpenick: Zu Gast im Stadion An der Alten Försterei bei Union Berlin gegen den FSV Frankfurt

Im Rahmen von „Fernschussblog-Live“ habe ich bereits regelmäßig das Berliner Olympiastadion, das Babelsberger Karl-Liebknecht-Stadion sowie einmal das Beelitzer Stadion des Friedens zu unterschiedlichsten Partien besucht.
Gerade weil mir regionale Fußballclubs besonders am Herzen liegen und ich mich stets um neue spannende Stadionerlebnisse bemühe, habe ich mich am zweiten Adventssonntag (7. Dezember 2014) nach Berlin Köpenick in das Stadion An der Alten Försterei begeben. Hier trägt Zweitligist Union Berlin seine Heimspiele aus und kann sich wetter- und spielunabhängig der bedingungslosen Unterstützung seiner Anhänger sicher sein. Eine Tatsache, die stets für eine „besondere Atmosphäre“ sorgen soll, wie mir im Vorfeld der Begegnung versichert wurde.

Und tatsächlich: Auch wenn an diesem Nachmittag bei angenehmen Winterverhältnissen lediglich etwas mehr als 15.800 Zuschauern (Durchschnitt sind ca. 18.000 pro Spiel) den Weg ins Stadion gefunden haben, hat sich der Stadionbesuch zur Begegnung zwischen Union Berlin und dem FSV Frankfurt am 16. Spieltag absolut gelohnt.

1 - Försterei Distanz

Zwei Stunden vor dem Anpfiff: Noch ruht das Stadionumfeld An der Alten Försterei, was zu einem Spaziergang an der Wuhle (Richtung örtlichem Fast-Food-Inhaber des Vertrauens) einlädt.

2 - Vor dem Stadion

Der 1. FC Union Berlin wurde 1966 gegründet und trägt seitdem seine Heimspiele im Stadion An der Alten Försterei aus. Seit 2008 ist der Club Stammgast in der zweiten Fußball-Bundesliga.

3 - Fanequipment mit hochwertigen Slogan

Wie wohl jeder andere Fußballverein besitzt Union Fanequipment mit verschiedenen Slogans, die das Selbstverständnis des Clubs widerspiegeln sollen.

4 - Die Alte Försterei im Überblick, zu Gast im Block G, die Waldseite

Für rund zwei Stunden sollte der Block G (dunkelgrün eingefärbter Bereich) mein Zuhause sein, in Fankreisen als die „Waldseite“ bekannt.

5 - Der erste Blick ins Stadionschmuckkästchen. Einmalig. Besonders aufgrund des fantastischen Wetters.

Der erste Blick ins Stadion-Schmuckkästchen: Einmalig. Besonders aufgrund des fantastischen Wetters und der sich schon vor dem Anpfiff einsingenden Heimfans.

6 -Die Nordseite (Sitzplätze only)

Vor dem Anpfiff wie auch später eher überschaubar gefüllt: der Sitzplatzbereich der mehrheitlich über Stehplätze verfügenden Fußballarena.

7 - Die Spieler auf dem Platz machen sich warm, die Fans auf den Rängen (singend) ebenso.

Die Spieler auf dem Rasen machen sich ausgiebig warm, die Fans auf den Rängen (singend, Bier trinkend) ebenso.

7,5 - Choreo vor Anpiff. Der Fernschussblogger war mittendrin statt nur dabei, geschätzt zwischen I und O.

Die Choreo vor dem Anstoß: Der Fernschussblogger war mittendrin statt nur dabei, geschätzt zwischen den Buchstaben I und O. Foto: (c) Facebook

8 - Erste Halbzeit deutliches Chancenplus seitens Köpenicker. 0-0 Halbzeitstand.

In der ersten Halbzeit verzeichnen die Köpenicker ein deutliches Chancenplus, lassen dennoch beste Chancen ungenutzt. Die Folge: der Halbzeitstand von 0:0.

9 -

Zu Beginn der 2. Halbzeit folgte in der 47. Minute zum Glück (aus Sicht der Berliner) die Erlösung in Torform durch Skrzybski. Eine sichere Führung, die die Berliner in der 71. Spielminute ausbauten, Thiel sei Dank. Kurz vor dem Abpfiff (90. + 2) war Unions Defensive schon mental in der Kabine, sodass den insgesamt schwach aufspielenden Frankfurtern durch Kapllani der Anschlusstreffer gelang. Wenige Sekunden später pfiff Schiedsrichter Dankert das Spiel ab, das Union auf den 11. und die Frankfurter auf den 14. Tabellenplatz befördert.

10 - zweiter Heimsieg in Serie, Krise vorerst überstanden. Unions Kicker und seine Anhänger bedanken sich gegenseitig beieinander. Abseitsfalle Köpenick danach - oder nach Hause.

Es ist Unions zweiter Sieg in Serie, mit dem sie die noch vor einigen Wochen vorherrschende Krise vorerst überstanden haben. Nach Abpfiff bedanken sich die Kicker von Union Berlin und die Anhänger auf der Tribüne gegenseitig beieinander, bevor sich ihre Wege bis zum nächsten Heimspiel (am 16. Dezember gegen Karlsruhe) trennen. Vorher spielen die Berliner am kommenden Samstagnachmittag (13. Dezember) in Braunschweig, während die Frankfurter vor heimischer Kulisse Fortuna Düsseldorf empfangen.