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Jogi ohne Hansi und Deutschland ohne Miro, Per und Lahm im ersten Länderspiel seit dem WM-Finale 2014.

Wahnsinn. 52 Tage ist es also bereits her, als sich quasi ganz Deutschland zu später Stunde in den Armen lag, auf die Straße ging und den Nachthimmel mit Feuerwerkskörpern erleuchtete. Ja, an diesem Sonntag, den 13. Juli 2014, ist mit dem vierten WM-Sieg einer deutschen Fußball-Nationalmannschaft ein sporthistorischer Triumph gelungen, auf den man in anderen Ländern wahrscheinlich mit der Einführung eines Nationalfeiertags reagiert hätte.

Oh, wie war das schön! Mario Götze wird heute als Siegtorschütze aus dem WM-Finale 2014 auch heute Abend in aller Munde sein. Foto: © Facebook.

Oh, wie war das schön! Mario Götze wird als Siegtorschütze aus dem WM-Finale 2014 auch heute Abend ein Gesprächsthema sein. Foto: © Facebook.

Und hier in Deutschland? Nichts dergleichen. Die WM-Euphorie ist längst verflogen und man macht sich (wie sonst auch fast immer) unnötig Sorgen um die Qualität des deutschen Teams. Stimmt. Jetzt, wo Co-Trainer Hans-Dieter (hat ihn eigentlich jemals jemand so genannt?) Flick nicht mehr Bundestrainer Joachim Löw assistiert (sondern ab Oktober Thomas Schneider). Und zerfällt die Mannschaft nun komplett, da sich Kapitän Philipp Lahm (konzentriert sich jetzt wohl auf sein Engagement als inoffizielles Testimonial von „Kinder Riegel“), Abwehrhüne Per „The Wall“ Mertesacker und die Torlebensversicherung der letzten Jahr names Miroslav Klose in den Nationalmannschaftsruhestand verabschiedet haben?

Allesamt Fragen, denen man beim heutigen Freundschaftsspiel in Düsseldorf ganz entspannt begegnen kann. Zwar fällt der auserkorene „neue“ Mannschaftskapitän Bastian Schweinsteiger (Lahms Nachfolger als Nationalmannschaftskapitän) verletzt aus, doch auch Manuel Neuer dürfte dieser Herausforderung gewachsen sein.
Wer Lahm allerdings fußballerisch als Außenverteidiger (hier hinterlässt er die größte Lücke, im zentral-defensiven Mittelfeld existiert sowieso ein Spielerüberangebot) ersetzt, muss man heute und in Zukunft sehen. Möglich, dass Löw hierfür auf Wolfsburgs Sebastian Jung, Freiburgs Oliver Sorg, Dortmunds Kevin Großkreutz oder Leverkusens Lars Bender zurückgreift. Auch Jerome Boateng spielte die Rechtsverteidigerposition schon einige Male im DFB-Trikot. Warum Leverkusens Gonzalo Castro scheinbar überhaupt keine Rolle in Löws Planungen spielt, der ebenfalls diese Position (und noch viele mehr) bekleiden könnte, müsste man ihn auch nochmal fragen.

In Sachen Innenverteidigung (und Mertesackers Erben) muss man sich wirklich keine Sorgen machen. Hier können Hummels, Badstuber, Rüdiger, Ginter, Boateng, Mustafi, Höwedes, ferner auch Robin Knoche (Wolfsburg), Niklas Süle (Hoffenheim), Jonathan Tah (HSV, nach Düsseldorf verliehen) oder Marc-Oliver Kempf (Freiburg) in den kommenden Jahren gemeinsam versuchen, so wenig Gegentore wie nur möglich zuzulassen und eine stabile Abwehrformation zu bilden.

Und im Sturm? Ja, dort herrscht nach wie vor Ebbe. Ein Glück, dass Mario Gomez wieder fit und auf Torejagd gehen kann, wenn, ja wenn Löw mal wieder einen „klassischen“ Mittelstürmer benötigt. Für die vorderste Spitze bieten sich zudem die Herren Lasogga (HSV), Volland (Hoffenheim), Kruse (Gladbach), Schieber (wenn er in jedem Spiel bis Saisonende für die Hertha trifft) oder (man kann es nicht oft genug sagen) Kießling an. Alles Spieler, die ich eher dort sehe, als Götze, Özil oder Thomas Müller.

Kurzum: Auch ohne Lahm, Mertesacker und Klose dreht sich die weltmeisterliche Fußballwelt der deutschen Nationalmannschaft weiter. Und das sogar sehr gut, denn bei dieser Riesenauswahl an hochtalentierten Profifußballern wäre es doch gelacht, wenn die Erfolgskurve sich nicht in den kommenden EM/WM-Turnieren fortsetzt.

Austragungsort des heutigen Länderspiels: die Esprit-Arena in Düsseldorf. Foto: © Facebook.

Austragungsort des heutigen Länderspiels: die Esprit-Arena in Düsseldorf. Gelingt Deutschland hier der nächste Sieg gegen Argentinien? Foto: © Facebook.

Das Freundschaftsspiel heute Abend ist dahingehend allerdings von nur äußerst geringer Aussagekraft. Na klar: Einige Medien sprechen von einer „Revanche“, die die Argentinier an uns nehmen können/müssen/sollten. Absoluter Quatsch, denn Weltmeister ist und bleibt (zumindest bis zur WM 2018) nun eben trotzdem Deutschland. Da das auch alle beteiligten Akteure wissen, rechne ich mit einer munteren Partie, die die Argentinier durchaus für sich entscheiden können, wenn Agüero, di Maria und Co. mit Einzelaktionen der wahrscheinlich neu formierten deutschen Abwehrformation Probleme bereiten. Darum erscheint mir ein 2:1 Auswärtserfolg der „Albiceleste“ wahrscheinlich, selbst wenn man mal schauen muss, wie bei den Kickern auf dem Rasen die allgemeine Motivation auf das Freundschaftsspiel heute aussieht. Ansonsten sind auch mehr oder weniger Tore (und gelbe/rote Karten) möglich.

Ein letzter Abschiedsgruß zur Fußball-WM 2014

31 Tage, 64 Partien, 171 Tore und einen schwarz-rot-goldenen Triumph später war es das, mit der Fußball-WM in Brasilien. Während die sehenswertesten Treffer mittlerweile hinlänglich bekannt sind und gekürt wurden, bedarf es noch einer angemessenen Gesamtzusammenfassung, die diesen Fußball-Wahnsinn visuell aufbereitet.

Et voilà: Da ist sie, der „Closing Montage“ von ESPNFC.com sei dank. Wer also die letzten vier Wochen (geht das überhaupt?) gar nichts von der WM 2014 mitbekommen hat, kann sich die circa vierminütige Zusammenfassung genehmigen. Und feststellen: Verdammt, was muss das für eine packende Sportveranstaltung gewesen sein.

Machs gut, Fußball-Weltmeisterschaft 2014. Wir werden dich vermissen. Und erfreuen uns bis zum Wiedersehen in 2018 an den schönsten Momenten, die du uns beschert hast.

Die 20. Fußball-Weltmeisterschaft ist beendet und beschert der Welt neben unzähligen Social-Media-Aktionen (Der Biss von Luis Suarez, Van Persing, Robbens theatralischer Fall, Mertesackers Eistonne usw.) natürlich auch aus fußballerischer Sicht einige Glanzpunkte.

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’54, ’74, ’90, 2014: Deutschland gewinnt in Brasilien zum vierten Mal eine WM-Endrunde und besiegt Argentinien im Finale mit 1:0 nach Verlängerung. Foto: © Lisa Guhl

Aus diesem Grund präsentiert euch der Fernschussblog an dieser Stelle die (aus seiner Sicht) sehenswertesten Treffer der Fußball-Weltmeisterschaft 2014. Und zählt insgeheim schon die Tage bis zum Start der nächsten Fußball-WM, die schon in 1425 Tagen (am 8. Juni 2018) in Russland beginnt.

10. John Boye, Ghana: Das schönste Eigentor der WM gegen Portugal, Endstand 2:1

9. Jermaine Jones, USA: Netter Rechtsschuss zum 1:1-Ausgleich gegen Portugal, Endstand 2:2

8. Xherdan Shaqiri, Schweiz: Machts mit links das 1:0 gegen Honduras, Endstand 3:0

7. Lionel Messi, Argentinien: Spätes Traumtor gegen den Iran, Endstand 1:0

6. Robin van Persie, Niederlande: Ein Flugkopfball der Kategorie „besser geht es nicht“ gegen Spanien, Endstand 5:1

5. André Schürrle, Deutschland: Zufall oder gewollt? Das Hackentor zur Führung gegen Algerien, Endstand 2:0 n.V.

4. David Villa, Spanien: Verabschiedet sich mit fantastischem Hackentor gegen Australien aus Brasilien, Endstand 3:0

3. Tim Cahill, Australien: Sagenhafte Direktabnahme zum Ausgleich gegen die Niederlande, Endstand 2:3

2. David Luiz, Brasilien: Der Innenverteidiger zeigt seine Freistoßkünste gegen Kolumbien, Endstand 2:1

1. James Rodriguez, Kolumbien: Perfekte Direktabnahme zur Führung gegen Uruguay, Endstand 2:0

Trikot-Vorstellung von Ajax Amsterdam pusht Keeper Cillessen und Defensiv-Mann Blind zur Hochform bei der WM?

Die Niederlande legt am Freitag (13. Juni 2014) mit dem 5:1-Sieg gegen Spanien einen atemberaubenden WM-Auftakt hin, den man von Van Persie, Robben und Co. nun nicht in dieser Deutlichkeit erwartet hätte. Dabei glänzt auch Youngster Daley Blind, Sohn von Ex-Libero Danny Blind, mit zwei perfekt gespielten Vorlagen, die zu Toren (1:1, 2:1) führen.

Der 24-Jährige scheint zur Freude aller Oranje-Fans in Hochform zu sein, wozu möglicherweise kurz vor dem WM-Start auch die Präsentation der neuen Trikot-Kits von Ajax Amsterdam, seiner Vereinsmannschaft, beiträgt. Und das, obwohl sich dort zunächst ungewöhnliche Szenen ergeben, als das neue Ajax-Heimtrikot auf einmal „typisch niederländisch“ mit einem Tulpenmuster verziert ist. Höhepunkt der Trikot-Präsentation: die Auswärtstrikots im Tigergesicht und im Regenbogen-Look.

Coach Frank de Boer wirkt darüber ebenso schockiert wie Daley Blind, der zusammen mit den Teamkollegen Jasper Cillessen (ebenfalls als Stammkeeper der Niederländer am Freitag im Einsatz) und Kapitän Siem De Jong, die sich ihr Lachen über die Vorschläge nicht verkneifen können.

Wenig später hat der Spuk ein Ende, der Gag wird aufgelöst. Die Uneingeweihten dieser Aktion zeigen sich sichtlich erleichtert, da für sie doch einen Moment doch der Eindruck entstand, ihr Trikot-Designer hätte jeglichen guten Geschmack verloren.

Der Fernschussblog meint: Eine humorvolle Aktion vom niederländischen Rekordmeister, die sich von meist eher spannungsarmen Trikotpräsentationen abhebt.
Man darf gespannt sein, für welche Zeremonie sich der FC Augsburg in diesem Jahr entscheidet. Im letzten Jahr präsentierten nämlich einige Body-Painting-Models zusammen mit einigen Profikickern die neuen Heim- und Auswärtstrikots, was zumindest für einen kleinen „Skandal“ sorgt und scheinbar Glück brachte. Der FC Augsburg beendet die Saison auf dem sensationellen achten Tabellenplatz, Ajax wurde zum 33. Mal Meister. Ein Erfolg, dessen Wiederholung sie ab August 2014 in Angriff nehmen. Auch ohne „extravagante“ Spielkleidung.

Der weiße Brasilianer zur WM unter Freunden: Ansgar Brinkmann erkundet Rio de Janeiro – und hat ein Kamerateam dabei

Als Spieler sorgte er aufgrund seiner besonderen, volksnahen Art für den ein oder anderen Eklat, galt als Wandervogel und trotzdem erhält er durch seine technischen Fähigkeiten den Spitznamen „Der weiße Brasilianer„.
Und auch nach seinem Karriereende lässt Ansgar Brinkmann der Fußballsport nicht los. Passend zur WM ist er für „Fanfeed“ in Brasilien im Einsatz und stellt das Land (bzw. Rio de Janeiro) ein wenig abseits des WM-Turniers vor.

Er kickt mit jungen Einheimischen eines Favelas, gibt beim Beachvolleyball am Strand alles, philosophiert über Gott auf dem Cristo Redentor oder verweilt einige Momente auf der außergewöhnlichen Escadaria Selarón, einer kunstvoll mit Mosaiksteinen verzierten Treppe.

Die Kurzfilme sind dabei immer interessant und zeigen nebenbei, wie Ex-Profikicker Ansgar Brinkmann seinen „Ruhestand“ und natürlich die WM 2014 vor Ort genießt.
Ich kann euch die Clips auf YouTube nur wärmstens empfehlen und hoffe, dass noch viele weitere Episoden vom „weißen Brasilianer“ und seinem Team folgen.